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MLM-Infos.com
Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beiträge: 578

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Kennen Sie die wichtigen Grundprinzipien in der Kommunikation?
von Stéphane Etrillard
Wie wichtig eine Beschäftigung mit Kommunikation ist, liegt schon deshalb
auf der Hand, weil sie einen wesentlichen Teil unseres Lebens ausmacht.
Die bereits zum geflügelten Wort avancierte Aussage „Man kann nicht
nicht kommunizieren“ bringt sehr deutlich zum Ausdruck, in welch hohem
Maße Kommunikation unser Leben bestimmt. Das bedeutet also: Wir
kommunizieren immer. Denn in zwischenmenschlichen Zusammenhängen
lässt sich Kommunikation nicht einfach abschalten, auch wenn wir dies
hin und wieder gern täten. In allen Lebensbereichen, die in einem
sozialen Kontext stehen oder die einen solchen Kontext herstellen, ist es
immer von großer Bedeutung, dass und wie wir kommunizieren. Und
dementsprechend spielt die Gestaltung unserer Kommunikation eine
kaum zu überschätzende Rolle in unserem Leben.
Grundprinzipien in der Kommunikation
Eine bewusste Gesprächsführung bringt ausnahmslos Vorteile mit sich. Sie
kann jedoch nur dann zum selbstverständlichen Bestandteil Ihres eigenen
kommunikativen Verhaltens werden, wenn Sie elementare Mechanismen
der Kommunikation kennen und anwenden können.
Verschiedene Grundbegriffe und Prinzipien von Kommunikation werden
deshalb im Folgenden besprochen und erläutert. Sie bilden den
theoretischen Unterbau für die praktische Umsetzung rhetorischen Wissens.
Das Sender-Empfänger-Prinzip
Das Modell der menschlichen Kommunikation ist in seinen Grundzügen
recht einfach beschrieben: Die Kommunikation ist die Übertragung einer
Nachricht von einem Sender zum Empfänger. Dafür verschlüsselt der
Sender die Information in bestimmte Signale (bspw. mithilfe des
Sprechapparats in gesprochene Worte); der Empfänger nimmt die
Nachricht entgegen, ent-schlüsselt sie und erhält so die ursprüngliche
Information.
Was hier auf den ersten Blick sehr simpel klingt, ist in Wirklichkeit ein
hochkomplexer Vorgang, der von den unterschiedlichsten Störquellen
behindert werden kann. Von diesen Störquellen sind bspw. behindernde
Nebengeräusche bei einem Gespräch zwar eine sicher lästige, dennoch
längst nicht die problematischste Variante. Ob nun gesendete und
empfangene Nachricht übereinstimmen, hängt in den meisten Fällen von
weitaus subtileren Störungen ab – und gerade für diese ist die
zwischenmenschliche Kommunikation sehr anfällig.
Die eigentliche Schwierigkeit bei der Interaktion zwischen Sender und
Empfänger besteht darin, dass die jeweiligen Nachrichten immer ganze
Pakete mit mehreren Botschaften enthalten.
Während Sie z. B. diesen Text hier lesen, erhalten Sie zunächst einmal
einige Sachinformationen, erfahren dabei jedoch auch etwas über den
Verfasser selbst. Schon durch die Art zu schreiben, offenbart sich hier
der Autor selbst, und Sie werden sich irgendeine Meinung dazu bilden;
dies ist dem Autor bewusst, und er wird natürlich versuchen, mit dem,
was er zu bieten hat, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Und ganz klar
beinhaltet der Text auch einen Appell-Aspekt: Der Autor möchte Sie von
den Vorteilen einer bewussten Gesprächsführung überzeugen, er möchte,
dass Sie die hier vorgestellten Elemente in der Praxis einsetzen, um
dadurch überzeugender kommunizieren zu können. – Schließlich, und
dies ist der heikelste Moment des Sender-Empfänger-Prinzips, entsteht
zwischen dem Leser und seinem Autor eine Beziehung. Jeder Empfänger
reagiert immer mit großer Empfindlichkeit darauf, wie er vom Sender
behandelt wird. Allein dadurch, dass dieser Text über Kommunikationsprinzipien
geschrieben wurde, setzt der Autor einen gewissen Informationsbedarf
beim Leser voraus. Er begibt sich damit in eine belehrende Position. Auch
wenn er den Leser keinesfalls bevormunden, sondern vielmehr möglichst
objektiv über Kommunikation schreiben will, mag sich der eine oder
andere – etwa durch bestimmte Formulierungen – zuweilen doch nicht
ganz mit seiner Rolle einverstanden erklären.
Gerade die Beziehungsebene ist sehr diffizil, und auf dieser Seite
entstehen die meisten Kommunikationsstörungen.
Auf der Beziehungsebene können wir nicht immer rein nach objektiven
Maßstäben urteilen, vielmehr sind wir hier oft gezwungen, die Botschaften
eines Gegenübers zu interpretieren, denn häufig treten nicht alle
Komponenten einer Botschaft völlig offen zutage.
Immer bestehen gleich mehrere Möglichkeiten, Nachrichten und die (ggf.
unterschwelligen) Botschaften zu deuten. Hinzu kommt, dass eben nicht
nur eine Nachricht gesendet und vom Empfänger entschlüsselt wird – es
ist meist ein fort-währendes, parallel stattfindendes Wechselspiel von
Senden und Empfangen.
Kommunikation ist kein Vorgang, der übersichtlich geordnet und immer
der Reihe nach vonstatten geht.
Die menschliche Kommunikation ist – wenn auch vom Grundmodell her
einfach – überaus komplex und von den verschiedenartigsten Störungen
bedroht. Wer nun die Schwachstellen der Kommunikation kennt, ist
immer viel eher dazu in der Lage, eine schon dem Grundsatz nach für
Störungen anfällige Gesprächsführung durch eine Art der Kommunikation
zu ersetzen, die stabiler und somit effektiver und überzeugender ist.
Kommunikationsstörungen vermeiden
Die wirkliche Kunst einer bewussten Gesprächsführung besteht darin,
Kommunikationsstörungen möglichst weitgehend zu vermeiden. Die
Formen von Kommunikationsstörungen sind überaus vielfältig, sie alle
haben dabei gemeinsam, dass sie grundsätzlich destruktiver Natur sind.
Misslingt aufgrund von Störungen eine Verständigung im Gespräch, führt
dies unweigerlich zu Widerständen und Konflikten, die letztendlich zu
eskalieren drohen, wenn eine Klärung ausbleibt. Es ist dann nur sehr
schwer möglich, Überzeu-gungsarbeit zu leisten.
In sehr vielen Fällen hat ein ungünstiger Verlauf von Kommunikationsprozessen
seine Ursache nicht im Aufeinanderprallen unterschiedlicher Meinungen,
sondern viel eher in einer an sich schon für Störungen anfälligen
Kommunikation. Wenn eine Information anders beim Gesprächspartner
ankommt, als es der ursprünglichen Intention entspricht, wird eben
hierdurch eine reibungslose Verständigung verhindert. Problematisch wird
diese Situation vor allem dadurch, dass den Beteiligten das Manko in der
Informationsübermittlung oft gar nicht wirklich bewusst ist, weshalb sie
auch keine Möglichkeiten haben bzw. nicht die Notwendigkeit sehen,
gezielt auf den Kommunikationsprozess selbst einzuwirken.
Mögliche Störungen:
- fehlerhaftes Aussenden der Nachricht durch falsche oder nicht
eindeutige Begriffe/Gesten
- Beeinträchtigungen in der Artikulation der Nachricht durch undeutliches
oder zu leises Sprechen des Senders, durch unübliche Betonungen,
Dialekte oder starke Akzente
- Störungen bei der Signalübertragung vom Sender zum Empfänger
durch eine laute Geräuschkulisse, Ablenkungen, Sichtbehinderungen (bei
nonverbaler Kommunikation), Signalunterbrechungen
- fehlerhaftes Empfangen der Nachricht durch Beeinträchtigungen des
Hörens oder falsche Interpretation der Nachricht
- Widerspruch zwischen verbalen und nonverbalen Mitteilungen
Sämtliche dieser Hindernisse potenzieren sich nochmals, sobald heikle
Angelegenheiten thematisiert werden, wenn Stress und Hektik
hinzukommen, auch nur einer der Gesprächspartner unter Druck steht
oder wenn das Gespräch während einer emotional aufgeladenen Situation
stattfindet. – Eine unsystematische, eher auf Zufall beruhende
Gesprächsführung wird dann schnell zum Hürdenlauf, wobei den
Beteiligten zuweilen nicht einmal bekannt ist, an welchen Stellen die
Hürden stehen. Damit sind dann Missverständnisse, das Auftreten von
Unklarheiten und Fehlinterpretationen so gut wie vorprogrammiert.
Das Vermeiden von Kommunikationsstörungen ist das oberste Prinzip
einer bewussten Gesprächsführung.
Feedback
In Gesprächen können wir uns letztlich nie ganz sicher sein, was genau
beim Gegenüber angekommen ist. Wir wissen weder ganz genau,
inwieweit der Sachinhalt vom Gesprächspartner verstanden worden ist,
noch wissen wir, ob und welche Botschaften zusätzlich beim
Gesprächspartner angekommen sind. Gerade der letztgenannte Aspekt
ist es, der den weiteren Gesprächsverlauf mitunter stark beeinflusst.
Hier dürfen wir uns gerne an die treffenden Worte des Psychotherapeuten
und Kommunikationsforschers Paul Watzlawick erinnern, der meinte: „Ich
weiß nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort meines Gegenüber
gehört habe.“
Rückmeldung können wichtige Anhaltspunkte geben, um Störungen zu
vermeiden und Missverständnisse oder unerwünschte Interpretationen
aufzuklären.
Dabei wird auf der Sachebene klargestellt, dass der inhaltliche Kern der
Botschaft vollständig vom Gegenüber erfasst wurde; hinsichtlich der
Beziehungsebene können wir uns vergewissern, dass unterschwellig
keine störenden Begleitbotschaften von uns übertragen oder vom
Gesprächspartner wahrgenommen wurden. So können wir ggf.
rechtzeitig, also noch bevor negative Folgeerscheinungen auftreten,
eingreifen und unsere Wortwahl korrigieren, fehlende inhaltliche Aspekte
hinzufügen oder Widersprüchlichkeiten aufklären.
Das Feedback eines Gesprächspartners ist jedoch gleichzeitig auch ein
Barometer für die Qualität der eigenen Kommunikation.
Lassen Rückmeldungen häufig erkennen, dass – ob auf der Sach- oder
auf der Beziehungsebene – noch Klärungsbedarf besteht, mag dieser
Umstand durchaus auf uns selbst und nicht etwa auf unseren
Gesprächspartner zurückzuführen sein.
Rückmeldungen finden nun nicht allein auf verbaler Ebene statt, weitaus
häufiger sind es beiläufige nonverbale Signale unseres Gegenübers, die
entsprechende Aussagen machen. Im Prinzip wissen wir Signale wie ein
Kopfnicken, Stirn-runzeln, freundliches Lächeln usw. völlig richtig zu
deuten. Wichtig ist es jedoch auch, darauf zu achten, ob derartige Signale
evtl. ausbleiben. Geben wir bspw. eine ausführliche Erklärung ab,
erhalten dabei jedoch keinerlei zustimmendes Kopfnicken, sollte uns dies
bedenklich stimmen. Denn das kann bedeuten: Unseren
Gesprächspartner interessieren unsere Ausführungen entweder nicht
oder er kann ihnen nicht folgen.
Einen Schritt weiter geht das verbale Feedback. Hier wird dem
Gesprächspartner Gelegenheit gegeben, sich über seine Wahrnehmung
des Gesprächs (auf den unterschiedlichen Ebenen) zu äußern. Dies kan
n seine positive Wirkung nur dann voll entfalten, wenn das Gespräch auf
ein konstruktives Miteinander angelegt ist. Denn eine ehrliche
Rückmeldung zu geben oder auch ein Feedback anzunehmen, erfordert
immer auch etwas Mut, grundsätzlich aber Offenheit – also ein
gegenseitiges Vertrauensverhältnis.
Sowohl beim Geben als auch beim Nehmen von Feedback sind jedoch
bestimmte Regeln einzuhalten:
- Geben Sie niemals Feedback auf Feedback!
- Feedback ist wertfrei und soll nur die Kommunikation als solche
beschreiben.
- Feedback soll konkret sein und sich auf eine spezifische Situationen oder
einen bestimmten Sachverhalt beziehen.
- Nur zweckdienliche Aspekte sind nützlich, die Rückmeldung soll sich nur
auf Verhaltensweisen beziehen, die auch wirklich verändert werden können.
- Ein Feedback liefert nur die Informationen darüber, was die
Kommunikation auslöst, fordert jedoch nichts.
- Bevor Sie Feedback geben: Vergewissern Sie sich, ob Ihr
Gesprächspartner bereit ist, Ihre Rückmeldung anzuhören und
anzunehmen. Im Optimalfall bittet ein Gesprächspartner um eine
Resonanz in Form einer Rückmeldung.
- Ein Feedback darf niemals dazu verwendet werden, sich selbst in ein
besseres Licht zu stellen oder um das Gegenüber zu diskreditieren.
Das Bewusstsein um diese grundlegenden Komponenten gelungener
Kommunikation ist eine wichtige Voraussetzung, um die eigene
Gesprächsführung gezielt und überzeugend gestalten zu können. Von
noch größerer Bedeutung sind jedoch das Bewusstsein für die eigene
Einstellung zum Gesprächspartner und die Einsicht, dass Gespräche kein
Wettkampf, sondern ein Miteinander sind. |
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Gudrun Schrank

Alter: 50
Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 2995
Wohnort: Neuss

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Wer das Ganze gern ausführlicher hätte, sollte unbedingt "Gekonnt gekontert" von Stéphane Étrillard lesen.
Ein Seminar bei ihm (ist ja gleich um die Ecke) steht ganz oben auf meiner Will-ich-erreichen-Liste.
Gudrun. |
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_________________ Es gibt nicht fünf Milliarden Menschen, sondern fünf Milliarden Mal EINEN Menschen. (Karlheinz Böhm) |
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Beach-Paul
Anmeldungsdatum: 16.07.2006
Beiträge: 1966

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Hallo,
ich hab´ den Etrillard gerade nur mal überflogen. Und ich kann schon sagen: Nicht schlecht.
MbW
BP |
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_________________ Die ausgetretenen Pfade des Denkens verlassen: www.unternimm-die-zukunft.de |
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