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 Peter Itzel



Alter: 52
Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 541
Wohnort: Offenbach

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BeitragVerfasst am: 14/11/2007, 20:20  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hier ein Zitat aus der Bild am Sonntag aus dem Jahr 2006:

Seit dem Amtsantritt von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sind die Bezüge für die acht Vorstandsmitglieder um 300 Prozent gestiegen, wie die „Bild am Sonntag“ berichtet. Laut Geschäftsbericht hätten sie sich in den Jahren 1999 bis 2005 von 3,679 Millionen Euro auf 14,693 Millionen Euro erhöht.
Mittlerweile dürften die Bezüge bei ca. 20 Millionen Euro liegen.
Wohlgemerkt für 8 Personen.

Ich weiß nicht auf wieviel Personen die geforderten 31 % entfallen, aber selbst wenn es 10.000 Lokführer sein sollten, die im Jahr € 3.600.- mehr Gehalt bekämen, wäre das in der Gesamtsumme gerade mal das doppelte der Bezüge des Bahnvorstands.

Was die Qualität der DB anbelangt kann ich nur sagen: Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken. Wenn die Qualität des Personals schlecht sein soll, liegt das an der Führung des Unternehmens. Das Problem unserer Managerkultur ist sowieso, dass überwiegend in Deutschland nur gemanaged aber nicht geführt wird. Möchte einmal im Urlaub erleben, dass mich dort ein Bergführer auf den Berg managed.

Es wird sowieso nicht mehr lange dauern, dann werden die ganzen Züge vollautomatisch gesteuert werden. Der Zeitpunkt wird kommen. Da bin ich mir absolut sicher.

Das Kernproblem ist doch sowieso ein ganz anderes. Die Streiks bei der Bahn machen das nur sehr deutlich. Es gibt ein riesiges Überangebot an Arbeitskräften, die man durch die fortschreitende Technisierung nicht mehr zwingend benötigt. Der Preisverfall der "Ware" Mensch und seiner Arbeitskraft ist unübersehbar. Ich verstehe deshalb so einige Argumente überhaupt nicht.


Herzliche Grüsse

Peter Itzel
Fische Geschlecht:Männlich Affe OfflinePersönliche Gallerie von Peter ItzelBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden
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 Beach-Paul




Anmeldungsdatum: 16.07.2006
Beiträge: 1966

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BeitragVerfasst am: 14/11/2007, 20:45  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hi Haju,

Zitat Haju 1: "sachliche Diskussionen sind wohl nicht mit Dir möglich"

Aber hallo!

Nennst du das hier etwa "sachlich"...

Zitat Haju 2: "Die Bezahlung dafür, das jemand nur ein Pedal runtertreten muss (...)"

Da empfehle ich doch...

Zitat Haju 3: "Erstmal richtig informieren (...)"

...gelle?

MbW
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 Marion Vosen




Anmeldungsdatum: 24.06.2007
Beiträge: 896
Wohnort: Gillenfeld

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BeitragVerfasst am: 14/11/2007, 21:25  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo,
he, nun fangt doch nicht so an zu streiten. Es sagt doch nur jeder seine Meinung und die sind nun mal unterschiedlich. Rolling Eyes

Durch den Streik werden die Managergehälter aber auch nicht gekürzt. Und im Endefekt bleibt den Lokführeren auch nicht viel mehr Geld in der Tasche, wenn Sie Ihre Gehaltsforderungen durchboxen.

Ich denke, der Staat ist endlich gefragt, die Lohnnebenkosten zu senken. da haben alle etwas davon. Durch den Streik haben viele Menschen große Nachteile und das darf einfach nicht sein. Klar, jeder soll vernünftig nach seinen Leistungen bezahlt werden. Die Forderungen dürfen aber nicht auf Kosten Dritter ausgetragen werden.

Also, ich finde den Streik nach wie vor nicht in Ordnung. Viele machen doch auch nur mit, weil andere ihnen das vorlabbern. Gab schon genug andere Streiks, wo mir das extrem aufgefallen ist.
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 Beach-Paul




Anmeldungsdatum: 16.07.2006
Beiträge: 1966

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BeitragVerfasst am: 14/11/2007, 21:59  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hi Marion,

wer selbst unsachlich ist, braucht mir die Sachlichkeit nicht abzusprechen.

Da gehe ich nötigenfalls dem Streit auch nicht aus dem Weg.

---

Was die Lokführer mit ihrem Streik konkret erreichen wollen; von welchen Motiven die sich leiten lassen etc. - das kann man als Außenstehender wohl nicht so ganz genau wissen, und das muß man wohl auch denen überlassen.

Festzuhalten bleibt aber einmal mehr, daß die Lokführer die DB bestreiken und nicht etwa die Kunden der DB. Die Lokführer stellen an die Bahnkunden keinerlei Forderungen, sondern nur an die DB.

Ob die Bahnkunden in Mitleidenschaft gezogen werden, haben somit keineswegs die Lokführer allein in der Hand, sondern ebenso die DB, die sich ja schon längst mit den Lokführern hätte einigen können, so daß es gar keine Streiks gegeben hätte.

Und ich nehme mal an, daß die DB - würden ihr ihre Kunden wirklich so sehr am Herzen liegen, und müßte sie wirklich um ihre Kunden und um ihre Existenz bangen - schon längst eine Einigung mit den Lokführern getroffen hätte, um ihren Kunden wieder einen reibungslosen Service zu bieten.

Aber die Pendler können ja nicht so leicht "weglaufen"; wenn die Züge wieder fahren, dann steigt man da eben auch wieder ein; und im Güterverkehr ist die Konkurrenz ja anscheinend auch nicht so extrem.

Gäbe es echte Alternativen, dann gäbe es ja auch nicht diese Aufregung - dann würde man sich ganz einfach in einen Zug der Konkurrenz setzen und fertig.

MbW
BP
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 degado




Anmeldungsdatum: 18.09.2006
Beiträge: 752

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BeitragVerfasst am: 14/11/2007, 23:59  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Man sollte sich einmal mit der GDL beschäftigen.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist die älteste deutsche Gewerkschaft. Sie organisiert die überwiegende Mehrheit aller Lokomotivführer bei der Deutsche Bahn AG und den Privatbahnen.
1867 gegründet als Verein Deutscher Lokomotivführer (VDL). Der VDL hatte sich zum Ziel gesetzt, durch die Gründung einer Hilfskasse die mangelhafte Altersversorgung der Lokomotivführer nachhaltig zu verbessern. 1919 erfolgte die Umwandlung des Vereins Deutscher Lokomotivführer in die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Nach einer Unterbrechung in der Zeit des Nationalsozialismus, wo Gewerkschaften verboten waren, entstand sie 1946 neu.
Es ist also nicht irgendeine kleine Splittergewerkschaft, welche sich zu Wort gemeldet hat.
Die heutige GDL hat u.a. zum Ziel mit aller Kraft dafür einzutreten, die Interessen ihrer Mitglieder durchzusetzen und somit deren Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu verbessern.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist sie natürlich sehr unbequem mit ihren Forderungen.
Die beste Gewerkschaft für die Wirtschaft ist eine Gewerkschaft, welche den Unternehmen nicht weh tut. Dafür wurden die Einheitsgewerkschaften in unserem Land geschaffen. Deren "Chefs" sitzen in den Aufsichtsräten und sind für die Wirtschaft sehr pflegeleicht, weil sie kontrollierbar sind. Allerdings leiden diese Gewerkschaften unter einem zunehmenden Druck von ihrer Basis.
Es geht auch innerhalb der Gewerkschaften um einen Machtkampf, denn die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften sinken seit Jahren.

Aber unabhängig davon sollten wir folgendes Überlegen. Arbeitsplätze im Sinne einer Vollerwerbstätigkeit wird es in Deutschland nie wieder geben. Die Schere zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander. Einen Mittelstand, wie wir ihn noch vor 20 Jahren hatten, können wir heute kaum noch sehen.
Jede herrschende Schicht nutzt seit Jahrtausenden die Uneinigkeit der unteren Schichten. Dieses Prinzip hat bisher in der Geschichte sehr gut funktioniert und es funktioniert auch heute noch.

Arbeitsplätze gehen durch diese Streiks nicht verloren, dass ist eine Lüge aus den Medien.
Es geht eigentlich um ein anderes Problem, wenn dem arbeitenden Menschen das anständige Leben aus seinem Arbeitslohn nicht mehr möglich ist - soll er es dulden oder soll er sich wehren?

Unbequem ist, dass sich der arbeitende Mensch wehrt, denn seine Forderungen schmälern den Profit der herrschenden Schichten.
Deshalb ist es gut, wenn sich die unteren Schichten uneinig sind....
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Steffi Gehla

Sven Kilian

Dagmar Thierfelder

Michael Barm
  
 Fräulein Rottenmeier



Alter: 44
Anmeldungsdatum: 11.10.2005
Beiträge: 2314
Wohnort: Dortmund

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BeitragVerfasst am: 15/11/2007, 05:41  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

arbeitsplätze gehen nicht verloren - schön eine bekannte hat schon eine abmahnung dafür bekommen - dass sie nicht zur arbeit kommen konnte. eine andere - freiberuflerin - kann leider auch nicht mit dem taxi von paderborn nach hagen zur arbeit fahren.

ich fand strikes immer schon unverständlich auch das recht dazu. wer mutwillig - wie diese streikenden nicht zur arbeit kommt - sollte gekündigt werden und dann einfach ersetzt wenn möglich. ganz davon abgesehen kann ich auch nicht verstehen wie gerichte dies streiks tolerieren konnten. mit gleichem recht können dann jetzt die brummifahrer streiken - mein schwiegervater verdient da auch gerade mal 1.400 euro netto - nach vielen jahren berufserfahrung.

wenn überhaupt gestreikt werden dürfte dann müssten grundsätzlich bestimmte berufsgruppen ausgeschlossen werden. dazu gehört auch das transportgewerbe. ich kann mich auch noch gut an die ärztestreikes erinnern - da ist in einem dortmunder krankenhaus aufgrund der dünnen besetzung jemand nach hause geschickt worden - der dann starb. sind sicher alles nur bedauerliche einzelschicksale.

es kann nicht sein, dass ärzte, polizisten, lkw-fahrer oder auch lokführer streiken.

natürlich ist es nicht in ordnung, dass die vorstände sich derartige gehälter einstreichen - aber wie schon bemerkt wurde werden die ja nun nicht halbiert durch den streik.

ganz davon abgesehen - dass die prozentualen forderungen total überzogen sind - wer kann denn noch solche gewinne verzeichnen. wer bekommt sonst schon solche lohnerhöhungen. es gibt übrigends noch viele andere berufe in denen auch nicht besser verdient wird.

was mich erstaunt - dass hier sich so viele mit arbeitnehmern solidarisieren. ich sehe dass in erster aus unternehmersicht und in zweiter linie als verbraucher. vielleicht scheitern viele networker auch daran dass eben das unternehmerdenken fehlt.

lg daggi
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Lach nicht wenn dein Feind ein paar Schritte zurückweicht - er könnte Anlauf nehmen!
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 Marion Hempfing



Alter: 46
Anmeldungsdatum: 17.09.2005
Beiträge: 3445
Wohnort: 14552 Michendorf / bei Potsdam

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BeitragVerfasst am: 15/11/2007, 07:52  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
was mich erstaunt - dass hier sich so viele mit arbeitnehmern solidarisieren. ich sehe dass in erster aus unternehmersicht und in zweiter linie als verbraucher. vielleicht scheitern viele networker auch daran dass eben das unternehmerdenken fehlt.

Ich sehe das als Mensch unter Menschen.

Und nur weil ich Unternehmer bin (wobei ich hier nicht mal meine Networker-Tätigkeit sehe), heißt das ja wohl nicht zwangsläufig, dass ich deshalb anderen nicht mehr die Butter auf dem Brot gönnen darf.
Die Haltung, dass Menschen gleich welchen Berufes nicht für ihre Rechte eintreten dürfen und sich also wie zu Kaisers Zeiten alles bieten lassen müssen, womöglich noch mit dem Argument, soll man sie doch feuern, es gibt ja genug Arbeitslose, finde ich undemokratisch und unmenschlich.
Und kurzsichtig. Wohin so etwas führt, hat man in der Geschichte schon oft genug erlebt, und bei den Deutschen dauerts immer etwas länger, bis sie mal den Mumm haben, sich zu wehren, aber irgendwann kommt es.

Dass es Gesetze gibt, die das Recht auf Arbeitskampf garantieren, ist sicher kein Zufall und keine Panne, das hat Gründe.
Ob nun selbstständig oder angestellt: ich möchte in keiner Diktatur leben, auch nicht in einer Diktatur des Geldes.

Mein 16jähriger Sohn sagte heute morgen angesichts einiger, die sich über die Bahnstreiks beschwerten: Das sind die Leute, die sich nur über sich selbst und sonst über gar nichts Gedanken machen...
_________________
Indem man über andere schlecht redet, macht man sich selber nicht besser.
(Konfuzius)
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 Beach-Paul




Anmeldungsdatum: 16.07.2006
Beiträge: 1966

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BeitragVerfasst am: 15/11/2007, 09:46  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hi Daggi,

es kann tatsächlich nicht sein, daß Polizisten streiken, denn Beamte haben bekanntlich kein Streikrecht (dafür aber auf Lebenszeit einen sicheren Job und im Alter eine nette Pension).

Hätte man es bei der Bahn als behördenähnliche Staatsfirma und den Lokführern als Beamte belassen, gäbe es diese Streiks heute nicht - aber "privat" ist ja immer "besser", und daß die privatrechtliche Organisation eines Unternehmens auch mal für den Kunden negative Seiten haben kann, wird dann - wie originell! - den Arbeitnehmern in die Schuhe geschoben.

Das Argument "gibt andere viele Berufe, in denen nicht besser verdient wird" - so what; es gibt ja auch viele andere Berufe in denen *deutlich* besser verdient wird... willst gerade du dich jetzt etwa dafür stark machen, daß alle Arbeitnehmer in Sozialismusmanier den gleichen Lohn kriegen?

Zitat: "kann ich auch nicht verstehen wie gerichte dies streiks tolerieren konnten" - Ein Gericht *toleriert* keinen Streik, sondern prüft dessen Legalität auf Basis der bestehenden Gesetzgebung. Hier wird nicht aufgrund feudalrichterlicher Lässigkeit über die Stränge geschlagen, sondern ein ganz normales Arbeitnehmerrecht wahrgenommen, das sich in westlichen Demokratien überall auf der Welt etabliert hat.

Und genau hier gilt es zu unterscheiden: Wer sich hinter die bestehende Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland stellt und den Streikenden ihr Recht zugesteht - unabhängig davon, ob es einem persönlich aus Unternehmersicht gefällt oder nicht - dem dürfte aufgrund seiner staatstragenden Einstellung wohl der geringste Vorwurf zu machen sein.

Wer sich hingegen eine Rechtslage wünscht, die hauptsächlich jene Interessen begünstigt, die mit den eigenen übereinstimmen, sollte sich mal überlegen, ob er da nicht auf dem falschen Dampfer ist.

Ich persönlich solodarisiere mich übrigens nicht mit den Lokführern; das brauchen die auch gar nicht.

Mir sind die negativen Folgen von Streiks auch sehr wohl bewußt, wie ich bereits ausgeführt habe.

Es geht allerdings fehl, wenn man allein und unmittelbar die Lokführer für die negativen Folgen des Streiks verantwortlich macht - als wenn der andere Verhandlungspartner, die DB, dieser wirtschaftliche Koloß, schwach und klein und handlungsunfähig wäre - oder an der ganzen Sache gar nicht beteiligt.

Und da wollte ich dann doch mal ein paar Sachen geraderücken.

MbW
BP
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 Hans Werner Weber



Alter: 56
Anmeldungsdatum: 11.10.2006
Beiträge: 150
Wohnort: 66399 Mandelbachtal

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BeitragVerfasst am: 15/11/2007, 10:18  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Eine Bekannte von mir, die an einer Bahnlinie wohnt, hat mir heute morgen berichtet wie gut sie doch geschlafen hätte, weil keine Züge fahren.

Jeder der hier seine Meinung geschrieben hat, hat aus seiner Sichtweise recht.

Ich mach es kurz.

Gewerkschaften haben in der Vergangenheit viel zur Verbesserung der Arbeitswelt beigetragen. Streiks sind zur berechtigten Durchsetzung von Forderungen der Arbeitnehmer legitim.

Streiken aber bitte schön nur so, dass anderen Arbeitnehmern in anderen Branchen kein Schaden zugefügt wird. Es kann doch nicht sein, dass Menschen die am Fliessband arbeiten zu Hause bleiben müssen, weil benötigte Teile auf irgendeiner Bahnstrecke stehen. Diese Menschen werden nach Arbeitsstunden bezahlt und haben einen Verdienstausfall den sie nicht mehr aufholen können. Und das ist kein Einzelfall. Davon wird es in den nächsten Wochen noch viele geben. Den volkswirtschaftlichen Schaden den diese kleine Mückengewerkschaft verursacht, kann heute noch kein Volkswirtschaftler beziffern. Ich rede nicht von den Verlusten der Unternehmen, sondern von den Verlusten bei Arbeitnehmern.

Streik ist OK, aber bitte nicht auf Kosten unbeteiligter. Und was da im Augenblick abgeht ist eine sauerei.

Ich bin nicht gegen Gewerkschaften. War selbst in meiner Arbeitnehmerzeit organisiert.
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 Beach-Paul




Anmeldungsdatum: 16.07.2006
Beiträge: 1966

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BeitragVerfasst am: 15/11/2007, 10:31  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Bleibt trotzdem die Frage:

Wer trägt die Schuld daran, daß gestreikt wird?

Die Lokführer, die sich nach längeren Verhandlungen zum Streik entschlossen haben?

Oder die DB, die, statt sich mit den Lokführern zu einigen, es "knallhart" drauf ankommen läßt; wohl wissend, was ihren Kunden damit blüht?

Würde die DB gegenüber ihren Lokführern auch einen so harten Kurs fahren, wenn ihre Kunden derweil mal ganz schnell von der Fahne gehen könnten?

Ich glaube: Wohl kaum.

Aus meiner Sicht nützt die DB ihre doppelte Monopolsituation ganz schön aus:

- Sie ist in vielen Bereichen für ihre Kunden der einzige Anbieter

- Und gleichzeitig ist sie der größte Arbeitgeber für Lokführer.

In so einer Situation kann man natürlich leicht den Granitklotz spielen; daß Kunden oder Arbeitnehmer sich kurz- und mittelfristig anders orientieren, ist ja nicht zu befürchten; die können ja schlecht weglaufen.

MbW
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