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MLM-Infos.com
Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beiträge: 554

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Fragwürdige Publikationen zu Nahrungsergänzungen
Die regelmäßige Einnahme einer sinnvoll zusammen gesetzten
Nahrungsergänzung mit antioxidativen Mikronährstoffen wie Vitamin
C und E, Beta-Carotin, Zink und Selen ist nach aktuellem Erkenntnisstand
ein sinnvolles Element individueller Gesundheitsvorsorge. Darauf weißt die
Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung (GIVE e.V.) hin.
Aufgrund ihrer Auswertung verschiedener älterer Studienergebnisse war
ein Team aus serbischen und dänischen Forschern zu dem Schluss
gekommen, bestimmte Vitamine hätten die Lebensdauer der
Studienteilnehmer eher verkürzt. Auf den zweiten Blick offenbart die
statistische Arbeit allerdings eklatante wissenschaftliche Mängel, die
keine Neubewertung des Nutzens einer Antioxidantien-reichen Ernährung
ermöglichen.
So hatte das Team von über 750 aufgefundenen Studien nur 67 für die
Übersichtsarbeit berücksichtigt. Allein 405 Studien fielen aus der
Datenbasis, weil im Beobachtungszeitraum keine Todesfälle aufgetreten
waren. Die berücksichtigten Studien unterschieden sich im Versuchsaufbau
so stark, dass eine gemeinsame Datenbetrachtung unmöglich erscheint:
Die Behandlungsdauer schwankte zwischen einem Tag und 12 Jahren, die
untersuchten Mikronährstoffe und ihre Dosierung unterschieden sich stark,
bis um den Faktor 500, es wurden unterschiedliche ethnische Gruppen mit
stark divergierendem Gesundheitszustand bis hin zu chronischen
Erkrankungen eingeschlossen. Die Beobachtungsdauer variierte von 28
Tagen bis zu 14 Jahren. Darüber hinaus galt als Bewertungskriterium die
Mortalität, wobei die Todesursachen nicht berücksichtigt wurden. Die
Auswertung geht vielmehr davon aus, dass alle Todesfälle mit der
Einnahme oder Nicht-Einnahme von Antioxidantien kausal verknüpft
waren. Eine solche Auswertung, so Prof. Dr. Jörg Hasford, Institut für
Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der
Ludwig-Maximilians-Universität München, "kombiniert mehrfach
fehlerhafte Vorgehensweisen mit verfälschender Darstellung und
Berichterstattung und leistet keinen ernst zu nehmenden Beitrag zur
Beantwortung der Fragestellungen."
"Es ist unverantwortlich, die Verbraucher aufgrund derartig einseitig
ausgewählter Daten zu verunsichern", so der Vorsitzende der GIVE,
Rudolf Giedt. Wissenschaftlich seien die weit reichenden Folgerungen
der Arbeitsgruppe, unter anderem den gesundheitspolitischen Status
von Nahrungsergänzungen betreffend, anhand dieser Datenlage nicht
nachvollziehbar. "Nach dem wissenschaftlichen Stand der Erkenntnis
und den jahrzehntelangen Erfahrungen leisten ausgewogen dosierte
Nahrungsergänzungen ergänzend zu einem gesunden Lebensstil einen
wertvollen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden. Daran ändert
diese fragwürdige Publikation sicher nichts." |
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