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Yvonne Nordt

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Alter: 38
Anmeldungsdatum: 09.01.2008
Beiträge: 1305
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...aus meinem Postfach...
Newsletter: Campinas Reaktion auf die abgespeist-E-Mail-Aktion - eine weitere dreiste Verbrauchertäuschung
Hallo Yvonne Nordt,
mit einem Schreiben an alle Unterzeichner hat die Campina GmbH Deutschland am 15.Mai auf die abgespeist-Beschwerde-E-Mail und die foodwatch-Veröffentlichungen zur Landliebe-Landmilch reagiert. "Campina ist eine Genossenschaftsmolkerei, deshalb passt auf Campina der eher aus dem börsennotierten Umfeld abgeleitete Begriff ,Milchkonzern' überhaupt nicht", heißt es in dem Brief. Campina betont darin, dass die Genossenschaftsmolkerei "keinen Gewinn ausweist", sondern "den Überschuss am Ende jeden Jahres in einer Milchgeldzahlung" an die Bauern überweist. Das vollständige Schreiben von Campina können Sie unter http://www.abgespeist.de/landliebe/wie_campina_reagiert/campinas_antwort/ abrufen.
foodwatch hatte dokumentiert, dass Landliebe-Milch mit nicht nachprüfbaren Qualitätsversprechungen operiert und sich die teure Landliebe-Milch in der Qualität nicht von anderer Milch unterscheidet. Vom hohen Preis, den Verbraucher im Supermarkt zahlen, kommt nur ein Bruchteil beim Bauern an. Mehr dazu auf unserer Homepage unter http://www.abgespeist.de/landliebe/produktinfos/ und bei Spiegel Online unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,550189,00.html.
Die Reaktion von Campina auf unsere Qualitätskritik können wir nur als Zustimmung werten. Denn mehr als der lapidare Kommentar: "Hinter Landliebe steht ein umfassendes Qualitätskonzept. Durch umfangreiche Maßnahmen sichern wir die Qualitätsansprüche unserer Landliebe Kunden" fällt der Landliebe-Firma nicht ein. Oder macht Sie diese Mitteilung schlauer?
Dem foodwatch-Vorwurf, dass vom hohen Verkaufspreis für Landliebe-Milch nur ein Bruchteil beim Bauern ankommt, hat das Unternehmen ebenfalls nichts entgegenzusetzen.
Die Behauptung, der Erlös aus dem Milchverkauf gehe "unmittelbar" an die Bauern, ist vielmehr eine weitere dreiste Verbrauchertäuschung. Die Campina Gruppe verfolgt nach eigenem Bekunden eine "Strategie des Wachstums" und will auf den "aufstrebenden Märkten im Nahen Osten und Asien" expandieren.
So ist letztes Jahr ein Joghurt-Unternehmen in Thailand dazugekommen. Diese Strategie kostet viel Geld. Für die Bauern bleibt deshalb offensichtlich zu wenig übrig.
Oder warum haben kürzlich über 500 deutsche Milchbauern aus Prostest über die Preispolitik von Campina ihre Mitgliedschaft in der Genossenschaft gekündigt? Im Geschäftsbericht 2007 der Campina-Gruppe heißt es dazu: "Die Welle der Kündigungen begann mit gut 500 deutschen Mitglied-Milchviehhaltern, die Campina mit Hinweis auf Einwände gegen die Vorschusssystematik, auf ihre Erwartungen bezüglich der Entwicklung des Milchpreises und auf die erfahrene absolute Höhe des Campina-Vorschusspreises im Verhältnis zum Milchpreis auf Jahresbasis verließen [...]"
Wer Konkretes über die Bezahlung der Bauern in Deutschland erfahren will, dem ergeht es allerdings wie bei anderen Anfragen an Campina: Keine Auskunft. Die Campina GmbH in Deutschland veröffentlicht nämlich keinen Geschäftsbericht. Auf der Internetseite erfährt man lediglich: Nach eigenen Angaben hat Campina Deutschland "einen Jahresumsatz von rund 870 Millionen Euro, eine Milchverarbeitung von 860 Millionen Kilogramm Milch und circa 1.830 Mitarbeiter".
Campina wehrt sich in dem Schreiben vom 15. Mai 2008 auch dagegen als "Konzern" bezeichnet zu werden. Dumm nur, dass die Campina Unternehmensgruppe mit über 40 Tochtergesellschaften in Europa, Lateinamerika, USA, Russland, Asien und Neuseeland und einem Umsatz von über vier Milliarden Euro sich zwar im Eigentum einer holländischen Genossenschaft befindet, in ihrem Geschäftsbericht 2007 aber das "Konzernkapital" und das "Konzernvermögen" ausweist. Der Bericht spricht außerdem von "Konzerngesellschaften" und von einer "Konzernbilanz".
Campina Deutschland bezeichnet sich auf ihrer Internetseite ebenfalls als Konzern: "Auf dem deutschen Markt sind neben der Campina Deutschland (Campina GmbH, Heilbronn) weitere Geschäftsbereiche des Konzerns tätig."
Zumindest das ist ehrlich - was man von den vielen anderen nicht nachprüfbaren Behauptungen des Milchkonzerns nicht sagen kann.
Es bleibt dabei: Wer Landliebe-Milch-Produkte kauft, bekommt keine bessere Milch und unterstützt einen der größten Milchkonzerne in Deutschland.
Links zu den zitierten Dokumenten finden Sie auf unserer Homepage http://www.abgespeist.de/landliebe/wie_campina_reagiert/campinas_antwort/
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr foodwatch Team
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Grüßle Yvonne
Aktives Fördermitglied von www.foodwatch.de |
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