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Anmeldungsdatum: 08.09.2004
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Orale Applikation
Sie ist der physiologische und praktisch bedeutsamste Zufuhrweg, insbesondere für Langzeittherapie (Selbstmedikation). Begrenzungen: Nicht geeignet für solche Stoffe, die im Magen-Darm-Trakt zerstört, nicht oder nicht ausreichend resorbiert werden oder dort Schädigungen hervorrufen.
Die Aufnahme ist relativ langsam und kann starken individuellen Schwankungen unterliegen. Daher nicht geeignet für Notfälle oder Situationen, in denen exakte Dosierung erforderlich ist. Ausschlüsse von Seiten des Patienten: Bewußtlosigkeit, mechanische Hindernisse, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Kurzcharakteristik der einzelnen Verabreichungsorte nach oraler Applikation:
Mund-Rachenhöhle:
Die dortige Schleimhaut zeigt gute Resorptionseigenschaften. Insbesondere von der Zungenunterseite (sublingual) oder aus den Backentaschen (buccal) ist eine rasche und fast quantitative Aufnahme möglich. Einwirkungen des Magensaftes und des Darmmilieus mit den entsprechenden Enzymen werden vermieden, ebenso resorptionsverzögernde Einflüsse des Speisebreis. Da hier applizierte Pharmaka nach Resorption nicht unmittelbar die Leber passieren, kommt es nicht zur sofortigen Abbaureaktion durch dieses Organ. Unerwünschte Wirkungen im Magen-Darm-Trakt können vermieden werden. Der schnelle Wirkeintritt nach sublingualer Applikation, läßt sich beisielweise nach Verabreichung von Nitroglycerinzerbeißkapseln bei der Therapie von Angina pectoris Anfällen demonstrieren.
Magen:
Nimmt als Resorptionsort keine besondere Stellung ein. Lipidlösliche Verbindungen können resorbiert werden, während ausschließlich wasserlösliche Verbindungen oder solche mit starkem Säure- oder Basen-Charakter nicht permeieren. Aufgrund des stark sauren pH werden Pharmaka mit schwachem Säurecharakter (die in diesem Milieu zu erheblichem Anteil in undissoziierter Form vorliegen) gut aus dem Magen resorbiert (z.B. Acetylsalizylsäure). Ebenso werden neutrale lipidlösliche Verbindungen (z.B. Alkohol) gut resorbiert. Basische Verbindungen (z.B. Ephedrin, Aminopyrin) zeigen praktisch keine Penetration.
Neben seiner Funktion als Resorptionsort spielt der Magen als Passageorgan eine erhebliche Rolle. So übt er in dieser Hinsicht vielfach einen verzögernden Effekt auf die Resorption aus. Die Magenpassage eingenommener Nahrung dauert ca. 1-3 Stunden und hängt weitgehend vom Füllungszustand und der Art der jeweiligen Mageninhaltsstoffe ab. Die Pharmaka ihrerseits können die Magenpassage verzögernd oder beschleunigend beeinflussen, indem Magenmotilität oder Magensekretion gehemmt oder stimuliert werden. Analgetika (z.B. Morphin) und verschiedene Hypnotika verzögern. Äthanol und Koffein beschleunigen die Magenpassage.
Verschiedene Pharmaka oder Genußmittel können eine Steigerung der Durchblutung verursachen und auf diese Weise ihre eigene Resorption oder die anderer gleichzeitig verabreichter Stoffe fördern. Praktisch bedeutsam ist Alkohol, unter dessen Einfluß die Resorption gleichzeitig zugeführter Stoffe derartig beschleunigt werden kann, daß normalerweise nicht unschädliche Dosen toxisch wirken können. In einem gewissen Umfang kann der Zeitablauf der Resorption gesteuert werden, indem Zeitpunkt und Begleitumstände der Arzneimitteleinnahmen modifiziert werden, z.B. Einnahme auf leeren Magen, mit oder ohne Flüssigkeit, Art der Flüssigkeit, gleichzeitige Nebentherapie oder Zusammensetzung der Nahrung.
Dünndarm:
Für die Aufnahme von Nahrungsbestandteile wie auch Arzneimitteln das wichtigste Absorptionsorgan. Neben Membrandiffusion können in diesem Darmabschnitt auch die anderen Resorptionsmechanismen (Persorption, spezifische Transportprozesse etc.) zur Wirkung gelangen. Grundsätzlich gilt auch hier, daß vor allem Dissoziationsgrad und Lipidlöslichkeit das Ausmaß der Resorption bestimmen. Schwache Säuren und (im Gegensatz zum Magen) schwache Basen werden gut resorbiert. Langsamer erfolgt die Resorption stärker ionisierter Säuren und Basen, am langsamsten die Resorption vollständig ionisierter Verbindungen.
Gewebliche und funktionelle Besonderheiten des Dünndarms begünstigen die Absorption. So wirkt sich vor allem die große Oberfläche aus, bedingt durch die Länge von mehreren Metern, zusätzlich erheblich vergrößert durch Ausbildung von Falten, Zotten und Bürstensaum der Schleimhautzellen. Gleichzeitig bewirkt die Länge dieses Darmabschnittes auch eine relativ lange Passagedauer, so daß eine weitgehend quantitative Resorption penetrationsfähiger Pharmaka gewährleistet ist. Die Absorptionsrate wird ferner vom funktionellen Zustand der Oberfläche beeinflußt. Entzündlich bedingte Durchblutungsstörungen führen zu einer Erhöhung der Aufnahme. In Bezug auf die Gefäßversorgung unterscheidet sich der Dünndarm von anderen Abschnitten (Mundschleimhaut und Rektum), da resorbierte Stoffe aber den Pfortaderkreislauf direkt potentiellen Stoffwechselprozessen in der Leber zugeführt werden. In der Mehrzahl der Fälle erfolgen in der Leber Inaktivierungsschritte. Verschiedene in inaktiver Form verabreichte Pharmaka können andererseits auch einen Aktivierungsprozeß (s. später) durchlaufen.
Dickdarm und Enddarm:
Der Dickdarm verhält sich qualitativ weitgehend wie der Dünndarm. In den vorgeschalteten Abschnitten nicht vollständig absorbierte Pharmaka können hier noch zu einem erheblich weiteren Anteil aufgenommen werden, wobei die relativ lange Verweilzeit begünstigend wirkt. Die resorbierende Oberfläche des Dickdarms ist, bedingt durch die Kürze dieses Abschnitts und einer ungünstigeren Oberflächengestaltung, gegenüber der Dünndarmoberfläche relativ klein. Die rektale Applikation ist eine Sonderform der enteralen Zufuhr von Arzneimitteln und bietet wie die sublinguale Applikation den Vorzug, daß die verabreichten Pharmaka nicht unmittelbar nach der Resorption durch Leber geschleust werden, da in beiden Fällen kein direkter anatomischer Verbund zum Pfortaderkreislauf besteht. Im Vergleich zur sublingualen Zufuhr sind jedoch größere Dosen bzw. Volumina applizierbar. Gegen Magen-Darmsekrete empfindliche Stoffe werden in der Regel in diesem Darmabschnitt nicht beeinträchtigt. Zur Anwendung gelangen die Arzneimittel meist in Form von Suppositorien, d.h. die Wirkstoffe sind in bei Körpertemperatur schmelzende Fette eingearbeitet.
Applikation über die Atemwege
Nasenhöhle:
Besitzt gute Absorptionseigenschaften und ist für verschiedene lokaltherapeutische Maßnahmen, z B. Applikation schleimhautabschwellender Mittel leicht erreichbar. Für die systemische Therapie besitzt sie nur geringe Bedeutung, da die Resorptionsfläche zu klein ist.
Luftröhre, Bronchien:
Die Schleimhaut dieses Bereichs besitzt vorwiegend Sekretions- und mechanische Transportfunktionen, verfügt aber auch über resorptive Eigenschaften. Für die systemische Therapie ist die Bronchialschleimhaut nur von untergeordneter Bedeutung. Erkrankungen des Bronchialtraktes selbst werden andererseits häufig mit lokaltherapeutisch wirksamen Arzneimitteln (antibakterielle und antiphlogistische Pharmaka, Expektorantien, Sekretolytika), die meist in Form von Aerosolen auf die Schleimhaut aufgebracht werden, angegangen. Hierbei handelt es sich nur teilweise um rein lokale Wirkungen an der Schleimhautoberfläche, da eine Penetration der applizierten Stoffe zu den unterhalb der Schleimhaut gelegenen Schichten (z.B. zur Bronchialmuskulatur) erfolgt. Dies ist beispielweise bei Asthma bronchiale der Fall, dessen Symptomatik u.a. durch Spasmen der Muskulatur im Bereich der kleinen Bronchien gekennzeichnet ist. Die hierbei verabreichten Wirkstoffe (Bronchospasmolytika vom Adrenalintyp) müssen die Schleimhaut durchdringen, um an der darunterliegenden Muskulatur ihren Effekt auszuüben.
Lunge:
Neben dem Darm ist die Lunge das Hauptabsorptionsorgan des Körpers. Ihr anatomischer Aufbau befähigt sie, neben der Aufnahme des Luftsauerstoffs, nicht nur zur Resorption von anderen Gasen, sondern auch zur Absorption von Flüssigkeiten und festen Stoffen. Die zum Gasaustausch bzw. zur Absorption zur Verfügung stehende Lungenoberfläche beträgt beim Menschen ca. 70-100 m2 und der Gesamtweg Luft-Blut entspricht mit 400-600 nm etwa 1/10 bis 1/20 des Durchmessers eines roten Blutkörperchens. Zusätzlich absorptionsbegünstigend wirkt sich das engmaschige Netz von Kapillaren um die Lungenbläschen aus, sowie allgemein das Vorliegen von Druckverhältnissen, die zusätzlich auch die Resorptionsprozesse (die als Filtration verlaufen) im Lungenbläschenbereich begünstigen. Zur Absorption über die Lunge eignen sich generell alle chemischen Verbindungen oder Elemente, die bei normalen Druck- und Temperaturverhältnissen im gasförmigen Aggregatzustand vorliegen. Da, im Gegensatz zu den meisten anderen Applikationswegen, Gase nicht nur über die Lunge aufgenommen, sondern auch wieder ausgeschieden werden, läßt sich die Wirkung gasförmiger Pharmaka besser steuern als die nichtflüchtiger Stoffe. Abgesehen von der Therapie mit Sauerstoff, kommt die Anwendung gas- oder dampfförmiger Pharmaka allerdings derzeit praktisch nur für Narkosezwecke in Frage, wobei, unter den üblichen atmosphärischen Bedingungen, in Dampfform vorliegende Verbindungen den Gasen gleichgestellt werden können. Die Dosierung von Gasen über die Lunge erfolgt, im Gegensatz zu festen und flüssigen Arzneimitteln jedoch nicht über die Konzentration sondern deren Partialdruck. Da die Lunge aber auch Flüssigkeiten oder feste Partikel absorbieren kann, bietet sie sich auch hierfür als entsprechender Applikationsort an. Voraussetzung ist jedoch, daß die entsprechenden Stoffe in geeigneter Weise an die Oberfläche der Lungenbläschen herangebracht werden. Eine solche Möglichkeit besteht in der Zufuhr als Arzneimittelaerosol, worunter man Zweistoff-Systeme versteht, bei denen sich in einem Gas feste oder flüssige Stoffe im Zustand kolloidaler Verteilung befinden. Ist der dispergierte Stoff fest, spricht man von Stäuben, ist er flüssig, von Nebeln. Technisch lassen sich Aerosole in dieser Form durch Einwirkung von Ultraschall auf die zu vernebelnde Flüssigkeit oder mit Hilfe einer Druckluftdüse erzeugen. Für die therapeutische Anwendung von Arzneimittelaerosolen ist die Teilchengröße der vernebelten Arzneimittellösung von besonderer Bedeutung, da es von dieser abhängt, in welchem Abschnitt des Atemtraktes die Tropfen niedergeschlagen werden und zur Wirkung kommen. Teilchen mit einem Radius von 30 mm bleiben bereits in der Luftröhre haften, bei Durchmessern von ca. 0,1 mm werden die Partikel demgegenüber wieder abgeatmet ohne sich niederzuschlagen. Die Aerosoltherapie wird überwiegend für lokaltherapeutische Zwecke eingesetzt, für die systemische Anwendung hat sie sich (aufgrund der Schwierigkeiten exakter Dosierung) derzeit noch nicht durchsetzen können.
Subkutane und intramuskuläre Applikation
Die Arzneimittelresorption aus dem Magen-Darmkanal und dem Atemtrakt folgt Routen, die auch physiologischerweise der Stoffaufnahme in den Organismus dienen und denen gewisse Schutzfilter und Auswahlmechanismen vorgeschaltet sind. Demgegenüber wird bei der subkutanen Applikation, wie bei allen Formen einer Injektionsbehandlung, eine der physiologischen Schutzschichten des Körpers, damit deren Abwehrmechanismen, durchbrochen. Diesem Nachteil steht die relativ genaue Dosierbarkeit gegenüber. Da die Hautbarriere durch den Einstich überwunden wird, ist für die Pharmaka nur noch eine Penetration in die Gefäße erforderlich, so daß eine weitgehende Gewähr für eine quantitative Resorption der zugeführten Wirkstoffmenge gegeben ist. Eine höhere Resorptionsgeschwindigkeit, somit ein rascherer Wirkungseintritt gegenüber der enteralen Applikation, ist mit der subkutanen Injektion jedoch nicht grundsätzlich verbunden.
Die Resorption der in das subkutane Bindegewebe injizierten Pharmaka erfolgt fast ausschließlich über die Kapillaren. Hinsichtlich der Penetrationsmechanismen gelten auch hier allgemein die bereits geschilderten Gesetzmäßigkeiten der Passagevorgänge von Pharmaka durch biologische Membranen. Neben der Größe der resorbierenden Oberfläche (der verfügbaren Kapillarwandfläche) wird die Resorptionsrate auch von der Blutströmungsrate im Kapillarbereich beeinflußt, die ihrerseits durch verschiedene physikalische Maßnahmen (z.B. Temperatureinfluß) verändert werden kann. So kommt es unter lokaler Wärmeapplikation zu einer Förderung der Resorptionsvorvorgänge in dem entsprechenden Hautgebiet. bzw. unter lokaler Kühlung zu einer Hemmung.
Änderungen der kapillaren Resorptionsrate können aber auch durch im Injektionsbereich freigesetzte körpereigene Stoffe (z.B.Histamin) bewirkt werden, die ihrerseits die Kapillarpermeabilität beeinflussen. Dabei kommt es aufgrund einer Erhöhung der Kapillarpermeabilität durch diese Stoffe zu erhöhtem Flüssigkeitsaustritt und lokalen Ödemen, die an der Injektionsstelle eine Abnahme der Resorptionsrate verursachen. Da die subkutane Applikation eine Deponierung des Arzneistoffes im Bindegewebe bedeutet, hängt die Absorption des Wirkstoffes, somit nicht nur von der verfügbaren Kapillaroberfläche, sondern auch von der Struktur und dem Funktionszustand des Bindegewebes ab, da hierdurch die Ausbreitung des Pharmakons in diesem Gewebsraum bestimmt wird. Lokale und systemische Einflüsse auf das Bindegewebe können die Ausbreitung des Pharmakons, somit dessen Resorptionsrate, erheblich beeinflussen. So ist generell zur Applikation schon ein Injektionsdruck von 30-40 mm H20 notwendig, damit der mechanische Gewebsdruck überwunden wird und überhaupt ein Einstrom in das Gewebe erfolgen kann. Die intramuskuläre Applikation zeigt grundsätzlich keinen qualitativen Unterschied zur subkutanen Applikation. Der Abtransport der Pharmaka erfolgt aber, aufgrund der besseren Gefäßversorgung, meist etwas schneller.
Haut:
Dermale und transdermale Applikation
Physiologischerweise ist die Haut kein Resorptionsorgan, sondern stellt vielmehr eine wirksame Schutzbarriere gegen das Eindringen von Stoffen dar. Sie ist überwiegend als Ausscheidungsorgan eingerichtet. Daher spielt ihr Funktionszustand eine wichtige Rolle. Während die intakte Haut der Passage von Fremdstoffen einen erheblich größeren Widerstand als andere Organe entgegensetzt, können die meisten Pharmaka die Haut aber ohne Schwierigkeiten passieren, wenn die Hornschicht verletzt oder entfernt ist. Das Fehlen spezifischer Transportsysteme ist neben der Struktur der Hornhaut, deren Zellmembranen eine hohe mechanische und chemische Widerstandsfähigkeit besitzen und offensichtlich nicht über die in anderen Zellmembranen vorkommende wasserführenden Poren verfügen, eine zusätzliche ungünstige Bedingung für Absorptionsvorgänge. Der Wassergehalt der Hornhaut ist mit ca. 10% sehr niedrig und bedingt, daß die Diffusion eines Stoffes, der durch die Membran in die Zellen gelangt ist, im Zytoplasma relativ langsam ablaufen wird. Als weiterer resorptionshindernder Faktor kommt hinzu, daß die Hornschicht keine Blutgefäße besitzt.
Neben der transepidermalen Passage verfügt die Haut mit ihren Anhangsgebilden, Schweißdrüsen und ihren Ausführungsgängen, Haarfollikeln, nebst Talgdrüsen und Ausführungsgängen, über weitere Resorptionswege. Bedeutung kommt dabei vor allem dem Haar-Talgdrüsenapparat zu, der eine größere Permeabilität besitzt als die Epidermis. Die resorbierende Oberfläche dieser Organe ist allerdings im Vergleich zur Oberhaut gering, so daß Stoffe, die auch die Haut penetrieren können, nur zu einem geringen Teil über Hautanhangsgebilde aufgenommen werden. Anders verhält es sich mit Substanzen, die die Hornhaut nicht überwinden können. Diese werden fast ausschließlich über die Talgdrüsen und übrigen Anhangsgebilde aufgenommen. Ist die Hautbarriere passiert, können die Stoffe aus den tieferer Schichten in die Kapillaren aufgenommen werden. Für die perkutane Resorption gelten generell die gleichen Penetrationsprinzipien wie für andere biologische Barrieren. Die Lipidlöslichkeit der zu resorbierenden Verbindung hat debaie eien besondere Bedeutung hat, da sich die Oberhaut ebenfalls wie eine Lipidmembran verhält, durch die Fremdstoffe nach Maßgabe ihrer Fettlöslichkeit diffundieren können. Daneben bestimmen, in geringerem Maße, auch Molekülgröße und Molekülstruktur die Aufnahme. Die verbesserte Absorption mancher Pharmaka, die nach Abreiben der Haut mit Lipidlösungsmitteln wie Äther oder Alkohol beobachtet wird, beruht weniger auf einer Entfernung der die Hautoberfläche bedeckenden Lipidschicht sondern mehr auf einer Desintegration der Zellmembranen von tiefen Lagen der Hornhaut.
Die Anwendung von Arzneimitteln an der Hautoberfläche selbst dient in erster Linie der Erzielung lokaler Wirkungen, also vorwiegend dermatologischer Indikationen. Etwa 5% aller verordneten Arzneimittel werden auf die Hautoberfläche appliziert, bei manchen auch systemisch hochwirksamen Stoffen (z.B. Corticosteroide) beträgt der Anteil topisch angewandter Präparate bis zu 50%.
Für systemische Anwendungen werden in den letzten Jahren zunehmend sogenannte Transdermale Therapeutische Systeme eingesetzt. Dies sind technische Pflastersysteme (Membran- und Matrix-Systeme) die Arzneistoffe unter Bedingungen der passiven Diffusion in bestimmten Raten in den systemisch Kreislauf freisetzen. Erfolgreiche Beispiele für diese sind Anwendungen im Schmerzbereich (Fentanyl, Lidocain, Buprenorphin), im Herz-Kreislauf-Bereich (Glyceroltrinitrat bei Angina Pectoris), Steroidhormone zur Substitution von Menopause-Beschwerden oder zur transdermalen Kontrazeption. Die besonderen Vorteile solcher Anwendungen sind deren teils deutlich geringeren Raten unerwünschter Wirkungen. Technisch nachteilhaft ist die noch nicht ausreichende Dosierungskontrolle dieser Systeme. |
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