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Herr Jundt
Freund

Alter: 28
Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 3959
Wohnort: Meckenheim

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Lieber Leser,
wir haben uns daran gewöhnt, die uns vertrauten Dinge häufig nicht mehr so recht zu hinterfragen. Beispiel: Fernsehen. Sie würden vermutlich auf Anhieb mit dem Begriff TV verbinden: Medium der Zukunft, einflussreich und mächtig.
Medienfachleute sehen das ganz anders. Das Magazin “Zukunftsletter” spricht bereits unverhohlen vom “Ende des Fernsehens”.
Die Werbewirtschaft sieht das offenbar ebenso: Die Preise für die TV-Werbeminuten verfallen immer mehr. “Nichts wird mehr voll bezahlt, keiner guckt mehr hin - ein Desaster”, resümiert Zukunftsforscher Matthias Horx.
Das Elend hat einen Namen: Nichts neues in der “Glotze”, maulen die Zukunftsforscher. Während jeden Monat 50 neue Zeitschriften aller Art an den Kiosken auf den Zeitungsmarkt geworfen würden, buhlen die Fernsehsender immer noch um die rare Ressource “Aufmerksamkeit“ mit einem “eher unendlichen Brei” (Horx) und dem immer ähnlicheren Show-Entertainment-Reality-Serien-Formaten. Für die wählerisch gewordenen Werbekunden sei TV längst nicht mehr das Reichweiten sichernde Leitmedium, gibt der Zukunftsforscher zu bedenken. Fast überall treffe man in den Programmen das gleiche Phänomen an: ideenlose Formate-Abkupferei.
In den 80er Jahren war beispielsweise MTV eine erfrischend eigenständige Plattform für die globale Pop-Gemeinde. In den 90ern kam VIVA hinzu. Aber wer interessiert sich heute eigentlich noch Musikfernsehen, fragt der “Zukunftsletter”? Selbst das TV-Branchen-Magazin “Horizont” kam Ende 2004 nicht umhin, vom “Herbst der Flops” zu sprechen. Die Reichweitenziffern der Privaten aus jüngster Zeit belegten eindeutig, dass die Deutschen ihrem "Heimkino" den Rücken kehrten. Im ersten Quartal 2005 senken die Zuschauerzahlen auf breiter Front.
Schlechte Karten für TV. Die Finanzierungsgrundlage des Fernsehens wird brüchig. Klassische 30-Sekunde-Spots erreichen keine Zuschauer mehr. Trotzdem würden Spots nach wie vor zu horrenden Preisen bis zu 132.000 (RTL, Formel 1) verkauft, kritisiert der “Zukunftsletter”. In den USA verabschiedeten sich bereits Megakunden wie Coca-Cola und Procter & Gamble aus der TV-Werbung.
Immer weniger wird TV augenscheinlich vom breiten Publikum als Freizeitoption akzeptiert. Eine Emnid-Umfrage ergab, dass nur 4% der Deutschen in ihrer Freizeit am liebten fernsehen. Werkeln, Wellness, Familie und sogar klassische Kultur lagen weit vor dem ehemaligen Leitmedium. Das Modell des “Nationswide-TV” - so der “Zukunftsletter” - war ein Modell der industriellen Massengesellschaft und wird seit vier bis fünf Jahren massiv durch Internet, flexibilisierte Arbeitswelt und neue Freizeitgewohnheiten unterlaufen.
Digitalisierung werde in den nächsten fünf Jahren das Programmangebot “verzigfachen” und aus dem ehemaligen Leitmedium ein Nebenbeimedium machen, prognostiziert der “Zukunftsletter”. Der US-Medienexperte Horst Stipp geht davon aus, dass es in Deutschland bald 50 weitere TV-Kanäle geben wird. In diesem neuen Nischenmarkt würden die Vermarkter künftig keine Masse, sondern vielmehr hoch spezialisierte Communitys kaufen können.
Die Printmedium stecken bereits mitten in dieser Entwicklung. Horx: “Es gibt inzwischen Zeitschriften für Antikmotorradfahrer aus den 70er Jahren, für Hochseeangler, für asiatische Börsenfans und Liebhaber erotischer Sonderheiten wie Riesenpos, dicke Beine und geile Füße“. Die Printwelt stehe mithin mitten in der Atomisierung. Was in den neuen Blättern tatsächlich drinstehe sei ziemlich egal. Es schrieben ohnedies meist nur Volontäre. Aber es kämen auch neue erzählende und ruhige Zeitschriftenformate erfolgreich auf den Markt, die mit der neuen Lust an Lernen, Wissen und Bildung korrespondierten.
Da diese Werbekanäle nicht so effektiv sind, wird Empfehlungsmarketing, meiner Meinung nach noch mehr Einfluss als Vertriebskanal haben. |
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_________________ Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennt. |
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Werbung
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Patric Laufs
Networker
Alter: 38
Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beiträge: 591
Wohnort: bei Freiburg i. Br.

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Mars Maggioni

Alter: 39
Anmeldungsdatum: 16.08.2005
Beiträge: 99
Wohnort: bei Hannover

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Ja, wirklich ein sehr interessanter Beitrag!
Allerdings wurde das Radio auch totgesagt, als die Siegeswelle des Fernsehens begann.
Fest steht: das Fernsehen muss sich verändern. Und das wird es. Schon bald wird jedem Fernseh-Anschluss ein DSL-Anschluss zur Seite stehen. Das eröffnet ungeheuer reizvolle Möglichkeiten der Interaktion.
Bleibt die Frage: will der Zuschauer das wirklich? Extrem erfolgreiche Serien wie Bianca, verbotene Liebe und natürlich GZSZ zeigen, was das Volk wirklich will: träge vor dem Fernseher hocken und anderen bei einem Leben zuschauen, das man selbst zu führen zu faul ist.
Beispiel: The Apprentice - in Amerika ein Quotenrenner - reicht in Deutschland gerade mal fürs Nachtprogramm... und läuft da ohne oder fast ohne Werbung - also mit irrelevanten Zuschauerzahlen. Der deutsche Zuschauer will sich eben nicht vorführen lassen, wie träge und faul er selbst ist - und wie anders er doch sein könnte.
Was die Werbeeinnahmen betrifft: Auch die Werbung muss sich verändern. Aber falls Fernsehwerbung auch dann wirklich nicht mehr funktioniert, dann wird das nur wenig Auswirkungen auf das Fernsehen haben. Wenn die Einnahmen geringer werden, dann werden auch die Preise fallen - die die Sender für Produktionen ausgeben können. Die Produktionsfirmen werden es akzeptieren müssen, schließlich ist die ganze Branche betroffen. |
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_________________ MLM braucht neue Produkte. Sonst wird es im Zeitalter des Internets und der daraus resultierenden Vergleichbarkeit untergehen! www.Maggioni.de |
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Rainer_Bünning

Networker
Anmeldungsdatum: 22.12.2004
Beiträge: 391
Wohnort: Eutin

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Moin, moin, Herr Maggioni,
gerade einmal 5 Beiträge haben Sie hier bis dato geschrieben.
Qualität vor Quantität - das passt bei Ihnen, ein Augenschmaus
zum Lesen.
Lassen Sie doch bitte Ihre Besuche keine Eintagsfliegen bleiben!
Ihre Webseite hat ebenfalls Format - herzlichen Glückwunsch dazu!
Viele Grüße
Rainer Bünning
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Reiner Marggraff
Gast
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Zur HP von Mars,
sind das ihre Worte oder von der <HP von Reto E.??
Gruss
Reiner
oder beides |
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Uservorstellung
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Mars Maggioni

Alter: 39
Anmeldungsdatum: 16.08.2005
Beiträge: 99
Wohnort: bei Hannover

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Schande meiner Unwissenhiet, von Reto E. hatte ich bisher noch nie etwas gehört.
Habe dann mal kurz gegoogelt... und sehr verschiedene Infos bekommen - zu viele für meine knappe Zeit.
Wie auch immer... auf meiner Homepage gibt's nur meine Inhalte. Und wenn jemand wissen möchte, worüber hier gesprochen wird, ich freue mich über jeden Besuch auf:
www.Maggioni.de
Oh und Herr Bünning, vielen vielen Dank für diese nette Begrüßung, das ist wirklich sehr freundlich.  |
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