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 Marion Hempfing
Top Networkerin


Alter: 59
Anmeldungsdatum: 17.09.2005
Beiträge: 5570
Wohnort: 14552 Michendorf / bei Potsdam

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BeitragVerfasst am: 28/1/2015, 00:31  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Durchaus renomierte und bekannte Menschen vertraten hier die These, das der Mensch erst einmal grundsätzlich böse geboren wird, aber durch gesellschaftliche Normen und Rahmenbedingungen positiv geformt wird.

Es gibt kaum einen Schwachsinn, der nicht von irgendeinem Menschen - prominent oder nicht - behauptet wird. Wahr wird er deshalb nicht.
Wenn das stimmen würde, dann wäre die Welt noch sehr viel schrecklicher, als sie es in Teilen jetzt ist.
Außerdem stimmt es schon mal deshalb nicht, weil "gut" und "böse" erst durch eine intellektuelle Leistung - die Definition - zu dem wird, was wir darunter verstehen.
Von Geburt an - oder "von Natur aus" ist jedes Lebewesen auf die Erhaltung des eigenen Lebens und auch die Erhaltung der eigenen Art "programmiert". Das beinhaltet auch, sich sozial zu verhalten, denn sonst würde die eigene Art eben nicht überleben können.
Wer davon krass abweicht, wird gemeinhin als Psychopath bezeichnet. Das sind aber (GsD) wirklich die Ausnahmen.

Das veranlasst mich (Kurve zum Thema kriegen!) auch dazu, erst mal vorauszusetzen, dass die Sache mit dem Grundeinkommen eher funktionieren als nicht funktionieren wird und überwiegend eher das gute als das schlechte in den allermeisten Menschen antriggern wird. Es gibt immer miese Ratten, aber die meisten sind es eben nicht.
_________________
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.
John Ruskin
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 Krieger
Treues Forenmitglied



Anmeldungsdatum: 24.12.2009
Beiträge: 1333

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BeitragVerfasst am: 28/1/2015, 10:51  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das Wort „böse“ stört mich auch, aber dass wir „zivilisierte Menschen“ in gewissem Maße auch ein Produkt unserer Sozialisation sind, zeigt sich auch ganz deutlich an dieser Diskussion zum Thema Grundeinkommen.

Denn in vielen Beiträgen spiegeln sich die Glaubenssätze zum Thema Arbeit wieder, mit denen wir aufgewachsen sind und die uns geprägt haben.

Auch ich war in diesem Gedankenmuster gefangen und wäre nie auf die Idee gekommen, diese Glaubenssätze zu hinterfragen.

Bis mich vor vielen Jahren ein Artikel in der „Brandeins“ sehr ins Grübeln gebracht hat.

Es ist sehr viel Text und ich selbst klicke auch nur selten und ungern auf irgendwelche Links in Beiträgen des Forums, aber in diesem Fall kann ich versprechen, dass sich das Lesen wirklich lohnt.

Viele werden die „verrückte Idee“ des bedingungslosen Grundeinkommens nach dem Lesen mit ganz anderen Augen sehen.

Hier der Link: http://www.brandeins.de/archiv/2005/arbeiten/der-lohn-der-angst/
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 Jens Stümmler
BranchenExperte


Alter: 54
Anmeldungsdatum: 14.12.2008
Beiträge: 2296

germany.gif
BeitragVerfasst am: 28/1/2015, 13:36  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich kann mich noch sehr gut an meine Schulzeit und meine Ausbildungszeit erinnern. Wo andere in meiner Klasse schon ein klares Bild davon hatten, was und wo sie denn nach dem Abschluß lernen und arbeiten wollten, war bei mir persönlich ein großes Fragezeichen vorhanden. Ich habe mich immer gewundert, wie ernst diese geforderte Entscheidungsfindung genommen wurde. Eltern, Lehrer und Mitschüler bemühten sich schon frühzeitig darum, das wir nicht nur die klare Position bezogen, was wir denn nach der Schule machen wollten, sondern auch, das die entsprechenden Ausbildungsplätze auch schon in der Tasche sind.

Ich bin die Sache relativ gelassen angegangen und habe das gemacht, was damals für mich wichtiger war, nämlich das Leben mit allen Facetten der jungen Jahre zu genießen. Nun, ich habe dann doch tatsächlich einige Tage vor dem Abschluß dann aus Sicht meiner Eltern doch noch "die Kurve" bekommen und hatte dann auch ein Angebot in der Tasche. Was mich daran am meisten störte, waren immer die Floskeln, "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" und "jetzt fängt der Ernst des Lebens an" . Zudem die für mich ziemlich unsinnigen Regeln, jeden morgen um 7.30 im Büro zu sein. Ihr müßt wissen, ich bin morgens um diese Uhrzeit einfach nicht zu gebrauchen. Dafür sitze ich aber Abends im Büro.

Fazit war, ich habe die Ausbildung zu Ende gemacht, und habe, als ich meine Zertifikate in der Hand gehalten habe, sofort gekündigt. Seitdem bin ich selbständig.

In dieser Zeit habe ich ein Podium im Graf Zeppelin Hotel in Stuttgart besucht. Neben bekannten Politikern, wie der damalige Außenminister Kinkel waren auch Wirtschaftsexperten und diverse gesellschaftliche Vordenker anwesend. die referierten. Das Thema war, wie die zukünftige Arbeitswelt und die sich dadurch veränderten Gesellschaftsstrukturen entwickeln würden.

Hier wurde schon eindeutig das formuliert, was nun in diesem von Krieger verlinkten Artikel formuliert wurde.


Zitat:
Der Industrialismus ist die Ursache des Arbeitswahns - und in ihm liegt gleichsam auch der Keim für das unausbleibliche Ende der Vollbeschäftigungsgesellschaft. Das Ziel jeder Produktivitätssteigerung ist es, mehr Ergebnis mit weniger Aufwand zu erzeugen, von den Physikern auch Arbeit genannt. Automation ist die Folge intensiven Nachdenkens. Die logische Folge: Je mehr Kopfarbeiter schuften, desto weniger bleibt für Handarbeiter übrig. Das liegt daran, dass Kopf- oder Wissensarbeiter nahezu immer darüber nachdenken, welche Prozesse in der Entwicklung oder Produktion verbessert werden können. Man kann das durch simple Beobachtung leicht nachvollziehen: In Branchen, in denen stupide körperliche (und einfache geistige) Arbeit durch Maschinen und Systeme ersetzt werden, etwa in der Informations- und Kommunikationstechnologie, schuften die Gestalter dieser Automations-verfahren besonders intensiv. Ein 14-Stunden-Tag gilt hier als normal, so viel also, wie noch vor fünf Generationen den Proletariern der frühen Industriegesellschaft abverlangt wurde.


Die damalige These war, das in unserer Gesellschaft nur noch geistige Eliten die wirtschaftliche Produktivität realisieren würden, und der große Teil der Bevölkerung davon leben würde.


Zitat:
Das ist die wirkliche "neue Arbeit", eine Tätigkeit, die körperliche oder auch nur routinemäßige Arbeit ersetzt. Diese Arbeitseliten, die es auch in der fortschrittlichen Produktion, in der Biotechnologie und anderen Automationsbranchen gibt, werfen zwei Schatten: einen echten, der sie als Liquidatoren der Arbeit erscheinen lässt. Schemenhaft aber wird eine zweite Kontur sichtbar: die des Vorbilds, das wie verrückt schuftet, das die Arbeit noch hochhält - und damit die Wertvorstellungen der alten Arbeitsgesellschaft. Während also, ganz nach Plan, die alte Plackerei durch Technik, Fortschritt und Wissensarbeit beendet wird



Zitat:
Der Übergang vom Leistungsträger zum Leistungsempfänger ist fließend. Bereits in den neunziger Jahren, schreibt der Wirtschaftshistoriker Wolfgang Reinhard, "wurden nur noch 25 Prozent der erwachsenen Lebenszeit auf die Arbeit verwendet". Frauen und Männer also, die physisch und psychisch in der Lage gewesen wären zu arbeiten, verbrachten im statistischen Mittel nur noch ein Viertel ihres Lebens mit dem, was sie bis heute als wichtigstes Bürgerrecht begreifen: mit Erwerbsarbeit.


Der Wert der Arbeitsleistung in unserem heutigen Denken wird geringer, weil Maschinen es am Ende des Tages besser, schneller und günstiger machen können. Im Verhältnis werden nur noch wenige notwendige Hilfsjobs übrigbleiben, eben da, wo Maschinen nicht einsetzbar sind. Aber, auch qualifizierte Arbeitsplätze im mittleren Segment werden zunehmend wegfallen, weil auch hier der Automatisierungsprozess Einzug hält.

Wie ich schon geschrieben habe, es gibt heute schon fortgeschrittene Pilotprojekte, die die Kassiererin Im Discounter überflüssig machen.


Zitat:
Die Automation ist Segen, nicht Fluch. Sie ist höchst erfolgreich, wenngleich die Auswirkungen im alten Sozialsystem nicht mehr ankommen können. Denn die Quelle des alten Sozialstaates war Arbeit, die man in Geld tauschte. Heute wird Arbeit durch technologischen Fortschritt immer mehr überflüssig; Erträge und Profite entstehen dadurch, dass wir arbeiten lassen. Warum ist es so schwer, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen?


Zukünftig werden es überwiegend nur noch die hochqualifizierte Eliten sein, die Werte schaffen. Dieser Prozess ist schon im vollen Gange und der Fortschritt der Technik wird zunehmend die Arbeitsleistung und deren Wert von Menschen ersetzten. Und das wird alternativlos sein. Die Menschen, die eben nicht zu dieser hochbezahlten Elite gehören, werden wohl mit dem zufrieden sein müssen, was ihnen zugeteilt wird. Also, ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil vermutlich auch das Rentensystem irgendwann durch ein solches Modell abgelöst wird.


Zitat:
Tatsächlich ist es keineswegs nötig, dass in Deutschland noch 26,5 Millionen unselbstständig Erwerbstätige ihrer Erwerbsarbeit nachgehen. Lothar Späth und der frühere McKinsey-Manager Herbert A. Henzler haben im Jahr 1993 eine Berechnung angestellt: Was würde passieren, schöpfte man das technisch machbare Automationspotenzial in der Bundesrepublik voll aus? Die Antwort: Eine Arbeitslosigkeit von 38 Prozent wäre normal. Eindrucksvoll bestätigte eine weitere Studie der Universtität Würzburg im Jahr 1998 die Annahme der Autoren: Allein im Bankensektor liegt das Automationspotenzial bei mehr als 60 Prozent, im Handel immer noch bei mehr als der Hälfte des gegenwärtigen Beschäftigungsstands. In diesen und vielen anderen Sektoren ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Potenziale ausgenutzt werden.


Thats it!
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 Marion Hempfing
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Beiträge: 5570
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BeitragVerfasst am: 28/1/2015, 17:46  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Guter Artikel, danke. (Ich hab ihn tatsächlich mal gründlich durchgelesen.)

Er zeigt ganz gut auf, wie gründlich wir tatsächlich umdenken müssen und sollten.

Ich finde es wichtig, dass wir eines nicht aus den Augen verlieren dürfen: das System, wie es jetzt ist, wird eh nicht mehr lange zu bezahlen sein. Die Frage "Wie soll das finanziert werden?" wird sich auf jeden Fall stellen. Eine grundlegende Änderung muss also in jedem Fall her.

Und die unsäglich blöde Debatte um das Renteneintrittsalter - von 65 rauf auf 67, dann wieder runter auf 63, aber nicht für alle - das wäre dann dankenswerter Weise endlich hinfällig. Die Rente wird heutzutage sowieso unter einem völlig absurden Gesichtspunkt betrachtet - nämlich dass es für Erwachsene etwas normales sei, nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu müssen - aber erst, wenn sie ein willkürlich gewähltes Alter erreicht haben! - nachdem sie vorher dazu erzogen und ein Leben lang drauf gedrillt wurden, genau das - das Arbeiten für den Lebensunterhalt - doch für das oberste Gebot und eben den Normalfall zu halten.
Da findet es dann niemand mehr "ungerecht", dass Menschen, die noch locker und vielfach gerne eine Tätigkeit ausüben könnten, nun von der Allgemeinheit finanziert auf der faulen Haut liegen. Klar, man hat je sein (Arbeits-)Leben lang Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt, und meint deshalb nun einen Anspruch auf's süße Nichtstun zu haben. Aber was spricht denn dagegen, dass jeder einfach das macht, was er kann, solange er es kann? Es gibt ja mehr als genug Senioren, die mit dem Rentner-Dasein gar nicht gut klarkommen, die nichts mit sich anzufangen wissen, sich nutzlos fühlen und dann auch schnell geistig und körperlich abbauen. Das wäre alles gar nicht nötig.
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 Jens Stümmler
BranchenExperte


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Beiträge: 2296

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BeitragVerfasst am: 28/1/2015, 19:18  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Solange angebliche "Größen" in einer Sendung im ARD noch den Schwachsinn des angeblich Bösen verbreiten, solange das Leistungsprinzip Grundlage für latentes Mobbing in Unternehmen ist und solange Leistungsfähigkeit der Parameter gesellschaftlichen Denkens ist, solange wird vermutlich auch der Wandel der Gesellschaft nicht möglich sein.

In zig Berufen gehen Menschen täglich weit über ihre Belastungsgrenze hinaus, heute noch und nicht nur früher. Wenn man jung ist, ist das natürlich einfacher zu schlucken als im Alter.

Weiterhin kann man doch feststellen, das die Empathie zunehmend nachläßt.

Unsere Gesellschaft muß sich noch einige Male "häuten" damit neue Wege überhaupt erst möglich werden.

Ein Glück gibt es aber auch schon einige Beispiele, wo das Bewußtsein sich tatsächlich gewandelt hat, das läßt hoffen.
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