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püro

Alter: 24
Anmeldungsdatum: 25.11.2004
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Der Wassertropfen
Ein Wassertropfen spritzte aus der Tiefe einer Quelle in das Wasser eines Rinnsales, das Rinnsal mündet in einen Bach, der Bach mündet in einen Fluß und der Fluß in ein Meer und als Meer in einen Ozean. Der Wassertropfen weiß noch nicht von seinem Ziel, er weiß nur wieviele andere Millionen Wassertropfen das ihr Weg der gleiche , wenn auch nicht derselbe sein wird. Das verbindet und unterscheidet ihn von den anderen mitschwimmenden Tropfen. Eines Tages fragt sich der Wassertropfen, wofür er nütze und wann er das Ziel seines Nutzens erreicht hat.
Er stellt die Frage einer im Fluß schwimmende Forelle. Die gibt ihm zur Antwort, am Ziel bist Du, wenn Du kein Wassertropfen mehr bist. Er fragt weiter, wann wird das sein, darauf die Forelle, das wirst Du spüren, stärker noch als das Salz im Wasser des Ozeans. Es wird dich befreien und gleichzeitig wirst Du nicht mehr Du sein. Was werde ich dann sein, fragt er. Sie antwortet ihm, du wirst dann eine Wolke werden, wenn viele wie Du eine Wolke werden wollen oder aber du wirst zu Eis, wenn auch viele wie du zu Eis werden wollen. Darauf der kleine Wassertropfen, woran erkenne ich ob die anderen auch wollen, was ich will. Mhm sagt die Forelle, das wirst Du dann merken, wenn es soweit ist, bis dahin mache Dir aber keine weiteren Gedanken. Sie sagt ihm ".. laß es einfach fließen den Berg hinunter, laß es fließen durchs Tal, Gott hat uns diesen Weg gegeben, sicher tut er es nicht nochmal.". Da schwamm der Wassertropfen durchs Tal und dachte, wer ist Gott, wo finde ich ihn...
Ist nicht jeder Wassertropfen ein Gott? |
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püro

Alter: 24
Anmeldungsdatum: 25.11.2004
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Bleiben Se Mensch, Herr Psychologe!
Eine Satire
Ach, wie bin ich froh, durch Selbsterfahrung, Encounter-Groups und themenzentrierte Interaktion, durch Kommunikationstrainings, Meditation und -gottlob - auch Gestalttherapie einen besseren Zugang zu mir selbst und zu meinen Mitmenschen gefunden zu haben! Früher habe ich einfach so dahingelebt, anderen nur mit halbem Ohr zugehört, eine normale Fassade von mir gezeigt - und bin einer wirklichen Begegnung mit mir selbst und anderen aus dem Weg gegangen!
Ich will aber auch folgendes nicht verschweigen-. Seit ich auf dem Wege bin, kommt es zuweilen vor, daß mich mein persönliches Wachstum, mein Persönlichkeitsfortschritt von all jenen Mitmenschen entfernt, die noch nicht soweit sind.
So hatte ich neulich ein Rendezvous mit Maria, einem an sich wirklich netten Mädchen, das auf seine Art überaus natürlich ist. Wir saßen in einer Kneipe beim Bier, und sie plauderte fröhlich über dies und das. Allerdings waren die Inhalte etwas external und ichfern. Ich horchte in mich hinein und merkte, daß ich mich von ihrer lebendigen Art mehr angerührt fühlte als von den Inhalten ihrer Erzählungen - und beschloß, ihr ein Feedback zu spenden.
Wie jeder weiß, bedarf es einiger Qualifikation, um ein Feedback richtig zu geben. Früher hätte ich wahrscheinlich gar nichts gesagt und ein anderes Thema angefangen - oder ich hätte ihr durch eine Du-Botschaft irgendeinen Stempel aufgedrückt und mich selbst herausgehalten mit meinen Gefühlen. Jetzt aber hatte ich die einschlägigen Feedback-Regeln im Kopf (es soll beschreibend und nicht wertend, ferner möglichst konkret sein, unmittelbar erfolgen und vor allem in der Ich-Form gegeben werden).
Natürlich habe ich diese Regeln weitgehend in meine Persönlichkeit integriert, so daß ich sie mir nicht einzeln aufsagen muß, bevor ich ein Feedback gebe. Dies nämlich würde meine Spontaneität um einiges behindern. So hatte ich denn auch ziemlich schnell die Formulierung auf der Zunge:
«Mich berührt sehr deine lebendige Art, aber Segelclubs und das alles interessieren mich weniger. »
Fast wäre mir der Satz in dieser Urform herausgerutscht, gottlob merkte ich im letzten Moment, daß die beiden Feedback-Teile durch das Spaltwort «aber» verbunden waren, wodurch bekanntlich der erste Teil entwertet wird. Getreu der Gestaltregel von Fritz Perls ersetzte ich im letzten Moment das «aber» durch ein «und». So fuhr es aus mir heraus:
«Mich berührt sehr deine lebendige Art, und Segelclubs und das alles interessieren mich weniger. »
Wobei ich die während des ersten Teils («mich berührt sehr deine lebendige Art») gefühlte Nähe nonverbal durch leichte Aufnahme von Körperkontakt unterstrich.
Natürlich schaute sie etwas verwirrt - ich kenne und erwarte dies schon bei Menschen, die noch keine Selbsterfahrung und kein Training erlebt haben. So ist es mehr als verständlich, daß sie nicht vorbereitet sind, Dinge so direkt anzusprechen; auch Körperkontakt ist bei solchen Menschen noch ein großes Tabu. Es ist deswegen außerordentlich wichtig, sie nicht zu überfordern.
Ich konnte also nicht davon ausgehen, daß sie von sich aus nun ebenfalls ein Feedback nach den Regeln der Kunst zurückgeben würde. Um eine wirkliche Begegnung zu fördern, erlaubte ich mir daher eine kleine Intervention und fragte:
«Was macht das jetzt mit dir?» Etwas irritiert sagte sie: «Ja, was interessiert dich denn - ich mein, man kann doch nicht dauernd nur Tiefschürfendes reden! »
Da haben wir es! - durchfuhr es mich, da haben wir es, dieses anonyme «man», hinter dem sich doch wohl ganz persönliche Erfahrungen und Gefühle verbergen. Wie schon bei ihren externalen Gesprächsinhalten finden wir hier dieselbe Tendenz vor, nämlich die eigene Person herauszuhalten. Ich beschloß, ihr durch aktives Zuhören einen kleinen Dienst zu erweisen, ihr zu helfen, die hinter dem «man» verborgene Ich-Botschaft nach und nach ans Licht zu heben steckt doch schließlich hinter einem «man kann nicht» in der Regel ein stark gefühlsbeladenes «ich will nicht»!
Erst wollte ich sagen: «Es fällt dir schwer, über Dinge zu sprechen, die dich persönlich berühren und die etwas tiefer gehen?» doch dann, während ich schon ansetzte zu sprechen, folgte ich einer Eingebung und suchte die Sache nicht ganz so drastisch auszudrükken und benutzte einige Abschwächungen, um ihr eine nicht-defensive Auseinandersetzung zu erleichtern:
«Ist es ein bißchen so, daß es dir manchmal etwas leichter fällt, über Dinge zu reden, die ein klein wenig weiter wegliegen und dich persönlich nicht ganz so berühren?»
Sie runzelte die Stirn und fragte: «Sag mal, was meinste denn damit?»
Diesmal antwortete ich wie aus der Pistole geschossen: «Du überlegst, was das sein könnte, und es fällt dir auf Anhieb nicht so recht was ein?»
Maria rückte mit ihrem Körper ab und nahm dabei ihre Hand unter der meinen heraus, so daß der von mir im Zusammenhang mit «Mich berührt deine sehr lebendige Art» herbeigeführte Körperkontakt wieder gelöst war. Ich selbst hatte die Stellung unserer Hände schon eine Zeitlang als etwas versteift und «eingefroren» erlebt, als nicht mehr ganz so stimmig wie zum Zeitpunkt des Zustandekommens, hatte aber keine Möglichkeit gesehen, meine Hand wieder zu entfernen, ohne womöglich den fälschlichen Eindruck der Ablehnung ihrer Person zu hinterlassen.
Sie sagte: «Also manchmal spinnst du ein bißchen!»
Das war nun reine Abwehr, noch dazu in Form einer Du-Botschaft. Aber man muß sich immer vor Augen halten, daß Maria nicht darin geübt ist, über persönliche emotionale, vielleicht unliebsame Erfahrungsinhalte zu sprechen. So ist dieses Verhalten als Verteidigung in einer vermeintlichen Notlage nur allzu verständlich. Auch kam mir zum Bewußtsein, daß ich durch mein einfühlendes Verstehen in den letzten Äußerungen vielleicht eine Spur zu «therapeutisch» gewirkt habe - so daß sie sich auf der Beziehungsebene womöglich wie ein Patient behandelt gefühlt haben mag.
Nun stand ich am Scheidewege: Sollte ich durch Metakommunikation die Störung ansprechen und eine Beziehungsklärung anstreben? Oder sollte ich ein Stück Selbsteinbringung realisieren, also ganz als Mensch von mir selbst sprechen und so ein Modell sein für Selbstöffnung, um es ihr zu erleichtern, sich ebenfalls ein wenig zu offenbaren?
Ich entschied mich für letzteres. Schon aus dem Grunde, weil ich mich am wohlsten fühle, wenn ich ganz ich selbst sein kann.
Also sagte ich: «Weißt du, mir geht es selber manchmal so, daß ich so alles Mögliche rede, so oberflächliches Zeug, was mit mir selber gar nichts zu tun hat -vielleicht weil ich irgendwie Angst habe, wenn ich zuviel von mir persönlich erzähle, dann werde ich vielleicht abgelehnt. »
Da sie nichts sagte, fuhr ich fort und setzte gleichsam noch einen 1-Punkt auf das Vorherige: «... oder daß ich mich vielleicht sogar selbst ablehne! »
Obwohl ich unwillkürlich ein ganz ernstes Gesicht und einen bedeutungsvollen Ausdruck bekam, zuckte Maria nur mit den Schultern und sagte: «Das ist doch normal - noch ein Bier? Ich muß auch bald gehen. »
Irgendwie fühlte ich mich nicht ganz angenommen, fand ihre Reaktion etwas undankbar angesichts meiner Selbstoffenbarungsleistung. Immerhin hatte ich doch ziemlich viel von mir preisgegeben. -Wegen dieses Gefühls und weil es mir schien, daß sie etwas von der Lebendigkeit verloren hatte, die ich anfangs an ihr schätzte, hielt ich es jetzt für an der Zeit, die Ebene zu wechseln und durch Metakommunikation an der Störung zu arbeiten:
«Weißt du - mir fällt es nicht ganz leicht, das jetzt auszusprechen, und ich merk, wie ich mir einen kleinen Ruck dazu geben muß - also ich möchte mal ansprechen, wie wir hier miteinander reden, also wie ich das erlebe: Ich fühle irgendwie eine unsichtbare Wand zwischen uns und daß ich immer dagegen anrenne und dich nicht wirklich erreiche - verstehst du? Ich höre zwar mit den Ohren, was du sagst, aber ich spüre nicht richtig etwas von dir ... »
An dieser Stelle passierte etwas Unglaubliches. Ohne jede Vorankündigung griff Maria plötzlich zu ihrem Glas - und goß mir mit Schwung ihr ganzes Bier aufs Hemd. Und lachte etwas albern und sagte: «Damit du mal was von mir spürst, haha!»
Und stand auf, um zu gehen.
Es gab in meinem neuen Leben kaum einen Augenblick, wo ich so sehr wie jetzt in Versuchung war, in mein altes Verhalten zurückzufallen. Früher hätte ich wohl gebrüllt und mit «Du widerliche Sau!» eine rüde Du-Botschaft ausgestoßen. Natürlich weiß ich heute, daß ich durch ein derartiges Verhalten nur etwas Herabsetzendes über sie sagen würde und dabei ganz im unklaren ließe, was denn überhaupt in mir vorgeht.
Da mir nach Metakommunikation und Verständnis im Augenblick überhaupt nicht zumute war - man bedenke das widerwärtig nasse Hemd auf der Haut - und da ich auch und gerade als Psychologe zu meinen Gefühlen im Hier und Jetzt stehen möchte, entschloss ich mich zur sofortigen Echtheit und sagte ganz spontan mit lauter Stimme, ohne dabei im mindesten zu lächeln: «Ich bin jetzt sehr wütend, Maria!!»
Da Maria wortlos ging (Aggressions- und Fluchttendenzen sind typische Reaktionen auf Situationen, in denen man sich unzulänglich
fühlt), war es mir nicht mehr möglich, meine Störung anzumelden und hilfreich auf sie einzugehen. Ich fühle, daß noch etwas Unerledigtes zwischen uns ist, und wir werden daran beim nächstenmal wohl arbeiten müssen. Auch nahm ich mir vor, die Sache in meiner Supervisionsgruppe vorzutragen, um meinen eigenen Anteil an dem Geschehen zu klären (hatte sie mich nicht doch an der einen Stelle an meine Mutter erinnert?).
Jedenfalls zeigt die Geschichte sehr deutlich, wie schwierig sich die Kommunikation mit jemandem gestaltet, der noch nicht so weit ist, dem das seelische Rüstzeug für eine wirkliche Begegnung noch fehlt. |
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Anmeldungsdatum: 25.11.2004
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Als Gott die Welt erschuf
Es war vor langer Zeit, als Gott das Universum schuf.
Er schuf die Sonne und den Mond und unseren Planeten,
er schuf die Meere und dei Berge auf diesem Planeten,
die Pflanzen, dei Tiere und den Menschen.
Als er alles erschaffen hatte, gab es nur noch eines, was
auf dieser Welt fehlte - die Wahrheit.
Und Gott überlegte sich sehr genau, wohin er dei Wahrheit
tun sollte, denn dei Menschen sollten sich anstrengen müssen,
sie zu finden. Sollte er sie auf einen fremden Stern packen oder in kleine Stücke über alle Weltmeere verteilen?
Aber all dies schien ihm keine gute Idee.
Schließlich kam ihm die zündende Idee und... er packte
die Wahrheit in das Herz eines jeden Menschen.
Was bedeutet das für uns?
Gibt es die objektive Wahrheit oder ist es nicht vielmehr so
dass jeder die Wahrheit in sich finden muss |
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Alter: 24
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Zwei Engel
Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den
Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben."
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen
wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist... |
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Das Märchen vom reichen Hasen "Tuessofort"
Vor langer, langer Zeit als die Tiere noch sprechen konnten, gab es einmal den jungen Hasen, den nannten alle "Tuesnachher", der so gern erfolgreich sein wollte.
Tuesnachher träumte jeden Tag, wie es sein würde, wenn er reich wäre. Er machte Pläne, was er tun werde, wenn erfolgreich sein würde. Doch alle seine Ziele blieben unerreichbar. Immer wieder träumte und plante er.
Tuesnachher erzählte jedem, wie er erfolgreich sein würde, wie seine Träume war werden würden. Und jedesmal, wenn er seinen Freunden von seinen Plänen erzählte, kam
irgendetwas dazwischen. Wenn seine Mutter sagte, er möge sein Zimmer aufräumen, so sagte er immer: "Ja, ich mach es nachher". Dann ging er zu seinen Freunden, spielte mit Ihnen, trank Karottenschnaps und erzählte allen, wie erfolgreich er sein könnte. So hielt er es mit vielen Dingen.
Als wieder einmal einer der großen Träume des kleinen Tuesnachher, die er geplant hatte und er schon allen seinen Freunden bei einer Runden Karottenschnaps erzählt hatte, wie erfolgreich er sein wird, geplatzt war, lief er vollkommen verzweifelt in den Wald. Er setzte sich unter einen Baum und weinte bitterlich. "Ach, die Welt ist so ungerecht. Ich kann planen wie ich will, alles funktioniert nicht. Es ist alles so traurig und gemein. Alle sind gegen mich." Und so wehklagte und weinte er und vollkommen verzweifelt schlief er ein. Mitten in der Nacht erwachte er. Dunkel und finster war es. Über ihm auf einem Ast sah er die weise Eule sitzen. Er hatte sie schon oft am Tage
gesehen, aber sie hatte immer geschlafen. Jetzt war die Eule wach und blickte den kleinen Tuesnachher aus ihren weisen Augen an. "Na junger Mann, was machst Du denn so allein hier um diese Zeit im Wald?"
"Ach, Eule. Ich bin so verzweifelt. Keiner hilft mir, alle sind
gegen mich. Ich bin ganz verzweifelt" Und der kleine Tuesnachher erzählte der Eule, wie schlecht es ihm ergangen war. Die Eule hörte zu und als er fertig war, sagte sie: "Mein kleiner Tuesnacher. Die Lösung Deiner Probleme liegt in Deiner Hand. Wenn Du mit Dir ehrlich bist, weißt Du es auch. Wie willst Du sein?" "Ich will reich sein, Eule!" "Und wann weißt Du, dass Du reich bist?" Der kleine Tuesnachher überlegte kurz und antwortete: "Wenn ich ganz viel Geld habe" Die Eule fragte: "Und wieviel Geld ist genug?" "Wenn ich mir alles kaufen kann!" Darauf die Eule: "Stelle Dir einmal vor, Du kannst Dir alles kaufen, was Du Dir für Geld kaufen kannst! Mal Dir das in allen Einzelheiten aus" Und der kleine Tuesnachher überlegte lange hin und her. Er stellte sich genau vor, wie es sich alles kaufen könnte was er wollte. Und nach langer Überlegung merkte, dass ihm etwas fehlte. Er sagte: "Eule, je länger ich darüber nachdenke, desto stärker fühle ich, dass irgendetwas fehlt" Und die Eule antwortete ihm:
"Irgendwann wirst Du es wissen. Aber wenn Du dorthin kommen willst, so denke einmal darüber nach, was Du heute tun kannst, damit Du Dein großes Ziel erreichen kannst. Denke einmal über den heutigen Tag nach." Und der kleine Hase Tuesnachher dachte darüber nach, wie seine Mutter ihn vergeblich gebeten hatte, seine Arbeit jetzt zu tun, wie er lieber mit seinen Trinkfreunden zusammengesessen hatte und große Träume und Pläne mit Ihnen gemacht hatte. Und er erkannte, dass er viel verkehrt gemacht hatte. Er fragte sich, warum er seine Arbeit nicht sofort getan hatte? Er fragte sich, wie es gewesen wäre, wenn er seine Träume und Pläne für sich
behalten hätte? Er fragte sich, ob seine Freunde wirklich seine Freunde waren? Und je mehr er darüber nachdachte, desto klarer wurde ihm, dass er sich seinen Erfolg selbst zerstört hatte. Er erkannte, dass andere seine Pläne und Träume nur dann stören konnten, wenn er selbst ihnen davon erzählte. Er erkannte, dass er sich viel unnötige Arbeit ersparen konnte, wenn er seine Arbeit sofort tat. Und er erkannte, dass vieler seiner angeblichen Freunde
die waren, die ihn immer wieder am Erfolg gehindert hatten. Und er erkannte noch viele andere Dinge. Lange dachte er nach, der Morgen dämmerte schon. Und er beschloss, sich zu ändern. Er wusste, dass er andere und die Welt nicht ändern konnte, denn die Welt ist wie sie ist, wenn er sich nicht selbst änderte. Und er beschloss, nach wahrem Reichtum zu streben. Und als die strahlende
Morgensonne aufging, hatte der kleine Hase Tuesnachher begonnen sich zu ändern. Er wusste, wie er sein wollte, was er wollte und
so wurde er im Laufe der Zeit zum Hasen Tuessofort. |
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Lisas Geschichte
Vor nicht allzu langer Zeit lebten in einer schwer zugänglichen und sumpfigen Gegend nur wenige Menschen in der Nähe eines unberechenbaren Flusses, der wegen seiner starken Strömung, seinen vielen Strudeln und Untiefen von den Menschen gefürchtet wurde und nur von wenigen Fischern mit der gebotenen Vorsicht und unter Gottes schützender Hand befahren werden konnte.
Am Ufer des Flusses steht eine schon etwas windschiefe Kate. Sie wird in dieser Zeit von einer Frau namens Lisa bewohnt, die unsterblich in Adam verliebt ist. Aber der Fluss trennt sie, und es scheint, als würden sie niemals zueinander finden. Doch eines Tages, als ihr mit den ersten Herbststürmen und den Schreien der Zugvögel die Sehnsucht das Herz zu zerreißen droht, geht Lisa zu dem Fischer Valentin und bittet ihn, sie mit dem Boot an das andere Ufer zu bringen.
Valentin, der mit den Gefahren des Flusses bestens vertraut ist, versucht Lisa von ihrem Plan abzubringen. Als ihm das nicht gelingt, empfiehlt er ihr, sich an seinen Kollegen Gustav zu wenden, der auch ein Boot besitze und ihr vielleicht helfen werde, ihren Plan zu verwirklichen.
Aber auch Gustav weist sie zunächst ab, und erst nachdem Lisa ihm alles gibt, was sie besitzt, erklärt er sich einverstanden, betont aber, damit sei nur das Hinbringen abgegolten und er rudere zurück, nachdem er sie dort abgesetzt habe. Und so geschieht es, dass Lisa nach stürmischer Fahrt den Adam endlich in ihre Arme schließen und mit ihm eine stürmische Nacht verbringen kann.
Am Morgen des folgenden Tages sagt Adam zu Lisa, er sei nun nicht mehr so angetan von ihr. Darum sei es am besten, sie fahre gleich zurück. Und obwohl Lisa ihm erklärt, sie liebe ihn doch und besitze nichts mehr außer dem, was sie auf dem Leib trage, bleibt er hart und rät ihr, sich an den Fischer Martin zu wenden, der ein gutes Herz habe und sie schon zurückbringen werde.
Als Martin Lisas ganze Geschichte hört, ist er entsetzt über das Verhalten des Valentin, der sie hätte zurückhalten müssen, über Gustavs Verhalten, der ihr nicht ihre ganze Habe hätte abnehmen dürfen, und über Adam, der sie nach allem, was sie getan habe, doch nicht einfach zurückschicken könne. Und er ist so fassungslos, dass er sich in den reißenden Fluss stürzt und ertrinkt. |
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Du bekommst was du denkst
Ein Mann lebte mit seinem Stand am Straßenrand und verkaufte Würstchen.
Er war schwerhörig, deshalb hatte er kein Radio. Er sah schlecht deshalb las er keine Zeitung. Aber er verkaufte köstliche, heiße Würstchen.
Es sprach sich herum und die Nachfrage stieg von Tag zu Tag. Er investierte in einen größeren Stand, einen größeren Herd und musste immer mehr Wurst und Brötchen einkaufen. Er holte seinen Sohn nach dessen Studium an der Uni zu sich, damit er ihn unterstützte.
Da geschah etwas...
Sein Sohn sagte: "Vater, hast du denn nicht im Radio gehört, eine schwere Rezession kommt auf uns zu. Der Umsatz wird zurückgehen - du solltest nichts mehr investieren!"
Der Vater dachte: "Nun, mein Sohn hat studiert, er schaut täglich Fernsehen, hört Radio und liest regelmäßig den Wirtschaftsteil der Zeitung. Der muss es schließlich wissen."
Also verringerte er seine Wurst- und Brötcheneinkäufe und sparte an der Qualität der eingekauften Waren.
Auch verringerte er seine Kosten, indem er keine Werbung mehr machte. Und das Schlimmste: Die Ungewissheit vor der Zukunft ließ ihn missmutig werden im Umgang mit seinen Kunden.
Was daraufhin passierte? Es ging blitzschnell: Sein Absatz an heißen Würstchen ging drastisch zurück.
"Du hast recht mein Sohn, sagte der Vater, es steht uns tatsächlich eine schwere Rezession bevor." |
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Gespräch zwischen Zündholz und Kerze
Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden."
"Oh nein", erschrak die Kerze, "nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern."
Das Zündholz fragte: "Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?"
"Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.
"Es ist wahr", entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig.
Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen.
Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben."
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an!" |
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Zuhören können
Was die kleine konnte wie kein anderer, das war: Zuhören.
Das ist doch nichts Besonderes, wird mancher sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum.
Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen.
Und so wie Momo sichs aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.
Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen.
Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte; nein sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme.
Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten.
Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wußten, was sie wollten.
Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten.
Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden.
Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur einer unter Millionen, einer auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf -
und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo,
dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war,
unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab
und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.
So konnte Momo zuhören! |
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Warum weinen Frauen so leicht...
Ein kleiner Junge fragte seine Mutter: "Warum weinst du?" "Weil ich eine Frau bin," erzählte sie ihm. "Das versteh ich nicht," sagte er. Seine Mama umarmte ihn nur und sagte:" Und das wirst du auch niemals." Später fragte der kleine Junge seinen Vater:" Warum weint Mutter scheinbar ohne einen Grund?" Alle Frauen weinen ohne Grund," war alles, was sein Vater sagen konnte. Der kleine Junge wuchs heran, wurde ein Mann und fragte sich immer noch, warum Frauen weinen. Endlich rief er das Höchste Wesen an, und als das Höchste Wesen ans Telefon kam, fragte er: "Höchstes Wesen, warum weinen Frauen so leicht?"
Das Höchste Wesen sagte: " Als ich die Frau machte, musste sie etwas Besonderes sein. Ich machte ihre Schultern stark genug, um die Last der Welt zu tragen, doch sanft genug, um Trost zu spenden. Ich gab ihr innere Kraft, um sowohl Geburten zu ertragen, wie die Zurückweisungen, die sie von ihren Kindern erfährt. Ich gab ihr Härte, die ihr erlaubt weiterzumachen, wenn alle anderen aufgeben und ihre Familie in Zeiten von Krankheit und Erschöpfung zu versorgen, ohne sich zu beklagen. Ich gab ihr Gefühlstiefe, mit der sie ihre Kinder immer und unter allen Umständen liebt, sogar wenn ihr Kind sie sehr schlimm verletzt hat. Ich gab ihr Kraft, ihren Mann mit seinen Fehlern zu ertragen und machte sie aus seiner Rippe, damit sie sein Herz beschützt. Ich gab ihr Weisheit, damit sie weiß, dass ein guter Ehemann niemals seine Frau verletzt, aber manchmal ihre Stärke und ihre Entschlossenheit testet, unerschütterlich zu ihm zu stehen.
Und zum Schluss gab ich ihr eine Träne zum Vergießen. Die ist ausschließlich für sie, damit sie davon Gebrauch macht, wann immer es nötig ist. |
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