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 Men in Black
Freund


Alter: 29
Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 4088
Wohnort: Meckenheim

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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 03:14  Titel:  Ich suche eine Geschichte Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo lieber Leser, ich suche eine Geschichte, die ich unbedingt für unser Forum haben möchte, vielleicht kannst du mir helfen, google konnte es nicht Rolling Eyes

Die Geschichte spielt sich so ab:
Ein Lehrer oder Meister ist mit eine Arbeit beschäftig. Eine seiner Schüler kommt angerannt und sagt: "Meister hast du schon das Neueste gehört?" und will auch schon loslegen zu erzählen.

Der Meister sagt: "Stopp! hast du auch das was du mir sagen willst durch die vier Siebe sortiert?"
Darauf der Schüler: "Nein, was meinst du?"

Dann fragt der Lehrer: " Ist das was du mir sagen willst nützlich?
Schüler überlegt,: "nein, eigentlich nicht"

"Ist das wahr was du mir erzählen willst?" fragt der Meister weiter,
"Nein, das weiß ich nicht so genau" erwidert der Schüler

"Ist es den wenigstes gut?" "Nein," erwidert der Schüler.

daraufhin sagt der Lehrer zu Ihm: "Wen es weder nützlich ist, und nicht der Wahrheit entsprich und auch noch nichts Gutes ist, dann lass es bei dir bleiben und erzähl mir es nicht.

Geschichte Ende.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es 4 Fragen sind, die dem Schüler gestellt werden, habe aber die Reinfolge und die genaue Formulierung der Fragen vergessen. Kann mir jemand helfen? Am Besten den original Text hier posten. Danke. :demut:
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 Frederic Specht
Networker


Alter: 50
Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 734
Wohnort: Esslingen

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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 11:31  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Kenne die Geschichte persönlich nicht, könnt aber aus der asiatischen Ecke kommen!? Vielleicht hilft der Gedanke beim Suchen!? :-k
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 püro



Alter: 24
Anmeldungsdatum: 25.11.2004
Beiträge: 88
Wohnort: NRW

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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 11:39  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hoffe das ist die geschichte die du meinst

Die drei Siebe des Weisen

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte:
"Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen!"
"Halte ein!" unterbricht ihn der Weise, "hast du das,
was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst,
durch die drei Siebe hindurchgeht:
Das erste ist die Wahrheit.
Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen und..." "So, so! Aber sicher hast du
es im zweiten Sieb geprüft.
Es ist das Sieb der Güte.
Ist das, was du mir erzählen willst gut?"
Zögernd sagte der andere:
"Nein, im Gegenteil..."
"Hm", unterbrach ihn der Weise, "so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?"
"Notwendig gerade nicht...?
"Also", sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."
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Alter: 24
Anmeldungsdatum: 25.11.2004
Beiträge: 88
Wohnort: NRW

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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 11:48  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich finde folgende geschichte auch sehr ausage kräfig
vileicht kann der ein oder andere etwas daraus lehrnen

Die Alternative

Ein Mann kommt zum Rabbi: "Rabbi - was ist das eigentlich - eine Alternative?" Der Rabbi zögert etwas, studiert aufmerksam das Gesicht des Fragenden und beginnt zu antworten: "Eine Alternative? Das ist nicht so einfach. Ich mache Dir mal ein Beispiel. Angenommen, nur einmal angenommen - Du hast ein Huhn. So ein Huhn kannst Du schlachten, und dann hast Du eine schöne Hühnersuppe oder einen Hühnerbraten. Du kannst allerdings auch warten, bis Dein Huhn ein Ei legt. Dann hast Du ein Huhn und ein Ei."
"Aha", sagt der Frager, und ein erkennendes Leuchten zeigt sich auf seinem Gesicht, "das ist also eine Alternative."
"Ja, warte mal ab", sagt der Rabbi, "die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir einfach mal an, Du entscheidest Dich fürs Eierlegen. Dann hast Du irgendwann ein Huhn und ein Ei. Das Huhn ist ja ein Tier, das kannst Du vor seiner Geburt und nach seinem Tod essen. Also so ein frisches Ei, das gibt ein schönes Frühstücksei, oder Du kannst das Huhn natürlich auch brüten lassen. Dann hast Du irgendwann zwei Hühner."
Die Augen des Fragenden beginnen wieder zu leuchten: "Aha, das ist also eine Alterna... "
"Moment, Moment", stoppt ihn der Rabbi. "Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an, Du entscheidest Dich fürs Brüten, und Du hast dann zwei Hühner und irgendwann acht Hühner und später dann über 100 Hühner. Wenn jemand 100 Hühner hat, dann kann er sich überlegen, ob es nicht Zeit ist für eine Hühnerfarm. Bei einer Hühnerfarm gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kann natürlich so eine Farm neben meinem Wohnhaus bauen. Das hat gewisse Vorteile. Man ist immer dabei, man überblickt alles, und man hat immer die ganz frischen Eier. Allerdings - die Geruchsbelästigung - die sollte man doch in Betracht ziehen. Oder - man geht ins nahegelegene Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen, frisches Wasser und saftiges Gras. Allerdings - man ist natürlich nicht dabei. Vielleicht kommt nachts einmal der Fuchs oder ein Marder, und eines morgens sind alle Tiere tot."
"Aha, das also ist... "
"Moment, Moment", unterbricht der Rabbi, "nicht so schnell, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an - nehmen wir einfach mal an, Du entscheidest Dich für das Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen und die Farm wächst und gedeiht: 100 Hühner, 200 Hühner, 500 Hühner und schließlich über 1000 Hühner. Die größte und beste Hühnerfarm weit und breit. Und - es beginnt zu regnen. Es regnet und regnet und regnet. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Region. Aber es regnet in einem fort. Das Wasser des Flusses steigt und steigt und steigt. Und schließlich überflutet das Wasser die Dämme, Deine Hühnerfarm und alle Hühner sind tot."
An dieser Stelle stoppt der Rabbi unvermittelt und schweigt.
Der Fragende wartet und scheint etwas ratlos. "Na und?", fragt er zögerlich, "und wo ist jetzt hier die Alternative.. ?"

Der Rabbi antwortet: "Die Alternative? Enten, mein Lieber, Enten!"
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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 11:55  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Der Tempel der Spiegel

Vor langer Zeit gab es in China den Tempel der Spiegel. Mein Großvater erzählte mir davon, er hatte es von einem Bekannten gehört, der lange in China war, und dort von einem weisen Mönch diese Geschichte erfahren hatte. Der Tempel also, er lag auf der Spitze eines Berges und äußerlich recht unscheinbar. Eines Tages kam ein Hund in diesen Tempel, in dem abertausende von Spiegeln so aufgestellt waren, dass das eigene Spiegelbild sich tausendfach im Tempel wiederspiegelte.

Der Hund erschrak, bekam Angst und knurrte und fletschte böse die Zähne. Und tausend Hunde schauten ihm entgegen und knurrten, und fletschen böse die Zähne. Der Hund ergriff die Flucht. Von nun an dachte er, dass es auf der ganzen Welt nur lauter böse Hunde gäbe, die mit ihm kämpfen und ihn beißen wollten.

Ein paar Tage später kam ein anderer Hund in diesen Tempel. Als er die tausend anderen Hunde sah, da freute er sich, wedelte mit dem Schweif und sprang herum, und tausend andere Hunde freuten sich, wedelten mit dem Schweif und spielten mit ihm.

Dieser Hund kehrte mit der festen Überzeugung zurück, dass es auf der ganzen Welt nur lauter freundliche Hunde gäbe, die mit ihm spielen wollen.

Der weise Mönch fragte: „Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Hunden?“
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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 13:30  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Danke püro, die erste Geschichte von dir, ist die, die ich suchte. Hab mich im laufe der Jahre nur grob an den Inhalt errinern können. Die anderen zwei sind auch sehr schön. Aus einer Geschichte kann man sehr viel lernen. Wenn du noch mehr hast, ruhig posten.
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 püro



Alter: 24
Anmeldungsdatum: 25.11.2004
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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 14:03  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ochsentour

Die Suche nach dem Ochsen
Auf der Weide dieser Welt teile ich endlos das hohe Gras auf der Suche nach dem Ochsen. Ich folge namenlosen Flüssen, verliere mich auf verschlungenen Pfaden ferner Berge; meine Kräfte gehen zu Ende und meine Energie ist erschöpft, ich kann den Ochsen nicht finden. Ich höre nur die Zikaden zirpen im nächtlichen Wald.

Das entdecken der Fußstapfen
Am Flussufer, unter den Bäumen, entdecke ich die Fußstapfen! Sogar unter dem duftenden Gras sehe ich seine Spuren. Tief in entlegenen Bergen sind sie zu finden. Diese Fährte kann nicht besser versteckt sein als die eigene Nase, wenn man gen Himmel schaut.

Das wahrnehmen des Ochsen
Ich höre den Gesang der Nachtigall. Die Sonne ist warm, der Wind ist mild, die Weiden am Ufer sind grün. Hier kann sich kein Ochse verstecken! Welcher Künstler vermag dieses schwere Haupt, diese herrlichen Hörner zu malen?

Das einfangen des Ochsen
Ich bezwinge ihn in einem schrecklichen Kampf. Sein großer Wille und seine kraft sind unerschöpflich. Er stürmt auf das hohe Plateau weit über den Wolkennebeln, oder er steht in einer unzugänglichen Schlucht.

Das zähmen des Ochsen
Peitsche und Strick sind nötig, sonst läuft er weg, eine staubige Straße hinab. Ist er gut erzogen, so wird er auf ganz natürliche Weise sanft. Und dann gehorcht er seinem Meister uneingeschränkt.

Das Heimreiten auf dem Ochsen
Ich besteige den Ochsen und reite langsam nach Hause zurück. Die Stimme meiner Flöte klingt durch den Abend. Ich dirigiere den endlosen Rhythmus, indem ich mit Schlägen der Hand die pulsierende Harmonie abmesse. Braucht der noch Worte, der den Sinn versteht?

Der Ochse verschwindet
Rittlings auf dem Ochsen erreiche ich mein Heim. Ich bin heiter. Es gibt keinen Ochsen mehr. Die Dämmerung ist hereingebrochen. In glückseliger Ruhe habe ich in meiner strohgedeckten Hütte Peitsche und Seil zurückgelassen.

Ochse und Selbst verschwinden
Peitsche, Seil, Mensch und Ochse – alle verschmelzen zu Nichts. Dieser Himmel ist so unermeßlich, daß keine Botschaft ihn beflecken kann. Wie könnte eine Schneeflocke im wütenden Feuer bestehen? Hier sind die Fußstapfen der Patriarchen.
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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 14:04  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Adler

Ein Mensch ging auf dem Lande spazieren.
Eines Tages kam er an einem Bauernhof vorbei und sah einen jungen Adler inmitten der Hühner.
Mit Erlaubnis des Bauern und nachdem er das Vertrauen des Adlers gewonnen hatte, nahm er diesen auf den Arm, zeigte ihm den weiten Horizont und flüsterte diesem ins Ohr: "Du bist ein Adler. Ein König der Lüfte. Du kannst fliegen", und versuchte ihn in die Luft zu schleudern. Doch der junge Adler hielt sich fest, sah runter zu den Hühnern und sprang zu ihnen.

Einige Zeit später, beim zweiten Versuch vom Scheunendach, kam sich der Adler schon viel größer vor im Vergleich mit den kleinen Hühnern dort so weit unten. Die Flügel zuckten immerhin, doch auch diesmal hielt er sich nach den 3 Sätzen fest.

Beim dritten Versuch ging der Mensch mit dem Adler ins Gebirge. Und als der Adler die Luft unter seinen Flügeln spürte, schwang er sich von allein in die unendliche Weite seines Reiches noch bevor der Mensch die drei Sätze zu Ende gesprochen hatte. In Kreisen flog er immer höher, und segelte dann in die Ferne davon.

Ob er jemals zu den Hühnern zurückgekehrt ist?
Ich weiß es nicht ... doch glaube ich, dass er bei einem Besuch nicht lange geblieben ist.
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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 14:04  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das Maerchen der Maerchen

Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich und die Katze.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze und die Sonne.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Wir stehen am Wasser.
Zuerst wird die Katze vergehen,
ihr Spiegelbild erlischt im Wasser.
Dann werde ich vergehen,
mein Spiegelbild erlischt im Wasser.
Dann wird die Platane vergehen,
ihr Spiegelbild erlischt im Wasser.
Dann wird das Wasser vergehen.
Die Sonne wird bleiben,
dann vergeht auch sie.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Das Wasser ist kuehl,
die Platane ist hoch,
ich schreibe Gedichte,
die Katze schlaeft,
die Sonne waermt uns -
gottlob, wir leben.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
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BeitragVerfasst am: 15/1/2005, 14:04  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Acht Kühe für Johnny Lingos Frau
Richard Clark

Als ich nach Kiniwata segelte, nahm ich einen Notizblock mit, und als ich zurückkam, war er vollgeschrieben mit Aufzeichnungen über Fauna und Flora, über die Bekleidungen der Eingeborenen und über ihre Sitten und Gebräuche. Aber die einzige Aufzeichnung, die mich noch immer interessiert, ist die, die besagt: "Johnny Lingo gab Saritas Vater acht Kühe". Und ich muß diese Notiz nicht einmal geschrieben vor mir sehen; ich denke immer an sie, wenn ich einen Mann sehe, der von seiner Frau herabgewürdigt wird, oder eine Frau, eingeschüchtert durch die Verachtung ihres Mannes. Dann drängt es mich, ihnen zu sagen: "Ihr solltet wissen, warum Johnny Lingo acht Kühe für seine Frau bezahlte."

Johnny Lingo war nicht sein wirklicher Name. Es war Shenkin, der Besitzer des Hotels auf Kiniwata, der ihn so nannte. Shenkin kam aus Chikago und amerikanisierte aus irgendwelchen Gründen die Namen der Inselbewohner. Johnny jedoch wurde von vielen Leuten immer wieder in allen möglichen Zusammenhängen erwähnt. Wenn ich ein paar Tage auf der Nachbarinsel Nurabandi verbringen wollte, so könnte Johnny mich unterbringen. Wenn ich fischen wollte, so könnte Johnny mir zeigen, wo die besten Stellen im Meer seien. Wenn ich Perlen suchte, so würde er mir sicherlich die besten und preiswertesten beschaffen. Die Leute von Kiniwata sprachen alle mit Hochachtung von Johnny Lingo. Jedoch, sie lächelten, wenn sie über ihn sprachen und dieses Lächeln war immer ein wenig spöttisch.

"Du mußt nur Johhny Lingo fragen, wenn du etwas brauchst, und laß ihn für dich den Handel machen," riet mir Shenkin, "Johnny weiß zu verhandeln".

"Johnny Lingo!" Ein Junge, der daneben saß, rief den Namen aus und schüttelte sich dabei vor Lachen.
"Was geht da vor sich?" fragte ich. "Ihr alle ratet mir, mich unbedingt an Johnny Lingo zu wenden, und dann fangt ihr an zu lachen. Kann mich jemand in diesen Spaß einweihen?"
"Oh, die Leute lachen eben gern," sagte Shenkin schulterzuckend. "Johnny ist der gescheiteste und der stärkste junge Mann auf diesen Inseln, und der reichste in seinem Alter."
"Aber, wenn er all das ist, was gibt es denn da zu lachen?"
"Nur eines. Es war vor fünf Monaten, an unserem Herbstfest, als Johnny Lingo nach Kiniwata kam, um sich eine Frau zu nehmen. Er bezahlte ihrem Vater acht Kühe."

Ich wusste genug über die Gebräuche auf den Inseln, um beeindruckt zu sein. Für zwei oder drei Kühe bekam man eine ziemlich gute Frau und für vier oder fünf eine sehr beachtliche.
"Mein Gott!", sagte ich. "Acht Kühe! Sie muß eine atemberaubende Schönheit sein."
"Sie ist nicht hässlich," räumte er ein und lächelte ein wenig, "Aber selbst der wohlwollendste könnte Sarita allenfalls als durchschnittlich bezeichnen. Sam Karoo, ihr Vater, mußte schon befürchten, daß sie immer bei ihm bleiben würde."
"Acht Kühe für sie, ist das nicht ziemlich außergewöhnlich?"
"Das ist noch nie von irgendjemandem bezahlt worden."
"Und du sagst, Johnnys Frau ist nicht mehr als durchschnittlich?"

"Ich sagte, es wäre wohlwollend, sie durchschnittlich zu nennen. Sie war dünn. Sie ging mit hängenden Schultern und hängendem Kopf. Sie fürchtete sich vor ihrem eigenem Schatten."
"Nun," sagte ich, "die Liebe hat wohl keinen festen Preis."
"Richtig," sagte der Mann zustimmend. "Und genau deshalb grinsen die Leute aus dem Dorf, wenn sie über Johnny Lingo reden. Es gibt ihnen so etwas wie eine ganz bestimmte Befriedigung, zu denken, daß der gescheiteste Händler der Inseln von dem alten einfältigen Sam Karoo übertölpelt wurde."
"Aber wie konnte das geschehen?"
"Niemand weiß es, und alle fragen sich. All seine Vettern rieten Sam, zuerst drei Kühe zu verlangen, dann eine Weile bei zweien zu verharren und sich schließlich mit einer Kuh zufrieden zu geben. Dann kam Johnny zu Sam Karoo und sagte: ,Vater der Sarita, ich biete dir acht Kühe für deine Tochter.‘"

"Acht Kühe," murmelte ich. "Diesen Johnny Lingo möchte ich kennenlernen."

Ich brauchte Fisch und ich wollte Perlen kaufen, also landete ich am nächsten Nachmittag mit meinem Boot auf Nurabandi. Und als ich nach dem Weg zu Johnnys Haus fragte, bemerkte ich, daß sein Name kein heimliches Lächeln auf die Lippen der Einwohner von Nurabandi brachte. Und als ich dann den schlanken, ernsten jungen Mann sah. als er mich mit großer Höflichkeit begrüßte und in seinem Haus willkommen hieß, war ich erleichtert, daß seine eigenen Leute ihm mit ungeteiltem Respekt begegneten. Wir saßen in seinem Haus und sprachen. Dann fragte er. "Sie kommen von Kiniwata?"
"Ja."
"Spricht man über mich auf jener Insel?"
"Man sagt, daß es nichts gibt, was Sie nicht besorgen könnten."
Er lächelte sanft. "Meine Frau kommt von Kiniwata."
"Ja, ich weiß."
"Spricht man über sie?"
"Ein wenig."
"Was sagt man?"
"Nun, nur ..." Die Frage brachte mich etwas aus dem Gleichgewicht. "man hat mir gesagt, daß Sie am letzten Herbstfest geheiratet haben."
"Sonst nichts?" Sein Gesicht zeigte mir, daß er wußte, daß da noch mehr sein mußte.
"Man sagt, daß der Brautpreis acht Kühe betragen hat." Ich hielt inne. "Und man fragt sich, warum."

"Das fragt man sich?" Seine Augen leuchteten vor Freude. "Alle in Kiniwata wissen von den acht Kühen?"

Ich nickte.

"Und alle in Nurabandi wissen es auch." Seine Brust weitete sich vor Genugtuung. "Für alle Zeiten, wenn man über Brautpreise spricht, wird man sich erinnern, daß Johnny Lingo acht Kühe für Sarita bezahlt hat."

Das ist also die Antwort, dachte ich: schlichte Eitelkeit.

Und dann sah ich sie. Ich sah, wie sie ins Zimmer trat und Blumen auf den Tisch stellte. Sie blieb einen Moment lang stehen und lächelte dem jungen Mann neben mir zu. Dann ging sie schnell wieder hinaus. Sie war die schönste Frau, die ich je gesehen hatte. Die Bewegungen ihrer Schultern, die Haltung ihres Kopfes, das Leuchten in ihren Augen, alles verriet Stolz, den man ihr nicht versagen konnte.

Ich wandte mich wieder zu Johnny Lingo und bemerkte, daß er mich beobachtet hatte.
"Sie bewundern sie?" murmelte er.
"Sie ... sie ist wunderbar. Aber sie ist nicht Sarita aus Kiniwata," sagte ich.
"Es gibt nur eine Sarita. Vielleicht sieht sie nicht mehr aus wie in Kiniwata."
"Nein. Ich hörte, sie sei unscheinbar. Alle machen sich darüber lustig, daß Sie sich von Sam Karoo übervorteilen ließen."
"Denken Sie, acht Kühe waren zu viel?" Ein Lächeln war auf seinen Lippen.
"Nein, aber wie ist es möglich, daß sie so verändert ist?"

"Haben Sie je darüber nachgedacht," fragte er, "was es für eine Frau bedeutet, zu wissen, daß ihr Mann den tiefsten Preis für sie ausgehandelt hat? Und dann später, wenn die Frauen gegenseitig darüber reden und prahlen, wieviel ihr Mann bezahlt hat. Die eine sagt vier Kühe, die andere vielleicht sechs. Wie fühlt sich dann die Frau, die für eine oder zwei gekauft wurde? Dies kann meiner Sarita nicht passieren."

"Dann haben Sie es getan, um Ihre Frau glücklich zu machen?"

"Ich wollte, daß Sarita glücklich ist. Aber ich wollte mehr. Sie sagten, sie sei verändert. Das ist richtig. Vieles kann sich in einer Frau ändern. Dinge, die in ihrem inneren vor sich gehen und solche, die äußerlich geschehen. Aber was wirklich zählt, ist, was sie über sich selbst denkt. In Kiniwata hat Sarita gedacht, sie habe überhaupt keinen Wert. Hier weiß sie, daß sie mehr wert ist als jede andere
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